Aktueller Stand der Dinge

Zum Foto: An dem Tisch, mit dem Rücken zur Schrift, sitze ich gerade und beobachte nebenbei das Treiben hier.

Wer meinen Blog schon länger liest – genau genommen existiert er sowieso erst seit irgendwann im Februar – der hat sicherlich mitbekommen, dass es sich ursprünglich um die Nordseeküste drehen sollte und unser Hausbau und Umzug dorthin.

Dann kam dieses Virus um die Ecke und hat irgendwie alles durcheinandergewirbelt. Die Pläne wurden komplett über den Haufen geworfen.

Was hat das mit mir gemacht?

Also, geplant war mein Vorab-Umzug Ende März zu meiner Freundin nach Nordfriesland, wo ich dann schon mal im Café hätte helfen können. Da ihr Café zu dem Zeitpunkt jedoch geschlossen sein musste, blieb ich in der alten Heimat. Der Umzug erfolgte dann Ende Mai.

Dann wollte ich Sehenswürdigkeiten, Orte, Dörfer, Geheimtipps und was es sonst noch so an der Nordseeküste gibt aufsuchen und für euch darüber berichten, natürlich mit jeder Menge Fotos gespickt.

Auch das wurde so in der Form nichts. Ich sitze häufig hier beim Café „auf Abruf“. Da meine Freundin nicht weiß, ob jemand kommt und wie viele, fühlt sie sich gut, wenn ich parat bin, auch wenn ich eigentlich gar nicht arbeite. Das bindet natürlich Zeit. Noch.

Außerdem waren und sind einige dieser Sehenswürdigkeiten lange Zeit geschlossen geblieben.

Dann will ich über unseren Umzug und Hausbau – hier in Nordfriesland – berichten. Das zieht sich bedauerlicherweise ganz schön in die Länge. Wir dachten ja …, aber manchmal sollte man das Denken lieber sein lassen.

Wenn alles gutgeht, wird das Haus in der ersten Septemberwoche aufgestellt. Wenn alles gutgeht.

Die Erdarbeiten und die Bodenplatte, die sollen natürlich schon vorher erledigt werden. Schauen wir mal. Ich glaube es erst, wenn ich es sehe.
Noch ist unser Grundstück eine Wiese mit wirklich sehr hohen Gräsern. Ihr erinnert euch – das Zeckenthema?

Für mich ist das Alles gerade sehr bremsend. Gern würde ich einfach mal losfahren, bestimmte Ziele abklappern, aber ich mag meine Freundin auch nicht alleine lassen. Wir hatten das vorletzte Woche, da wäre sie zweimal wirklich in eine Klemme geraten, so viele Gäste kamen. Das ganze Geschäft ist halt momentan (noch?) nicht vorhersehbar. Natürlich ist das auf Dauer keine Lösung. Ich kann ja nicht die nächsten Jahre für lau hier fünf bis sechs Tage die Woche täglich fünf Stunden herumsitzen, für den Fall, dass die Gäste scharenweise eintreffen. Das ist auch nicht der Plan. Es ist für die nächste Zeit und da mache ich das auch gern. Spätestens, wenn ich in unserem Haus wohne und lebe, wird es verbindliche Zeiten geben (müssen).

So wollte ich mich auch parallel schon mal um andere Tätigkeiten kümmern, vielleicht auch Kurse besuchen. Doch vieles findet noch gar nicht wieder statt oder wurde abgesagt. Und solange ich nicht weiß, wie es hier im Café weitergeht, mag ich mir auch nichts anderes bzw. weiteres suchen.

Ich fühle mich ein wenig wie in einer Schwebe. Vielleicht wie auf einer Hängematte. Ich schaukle sanft hin und her, ohne mich festlegen zu können, was ich allerdings gern täte. Dieser Zustand fällt mir gerade schwer – was mir deutlich wurde, nachdem ich den letzten Beitrag schrieb und eure Kommentare dazu las – danke noch mal dafür.

Es ist ein bisschen so, als sei ich nicht der eigene Herr / die eigene Dame, über mein eigenes Leben. Fremdbestimmt durch die Umstände.

Es ist also alles gut und irgendwie auch nicht. Bin ich ein Jammerlappen? Ich glaube nicht. Ich bin es gewohnt, anzupacken, mein Ding zu machen, aktiv zu sein. Jetzt bin ich irgendwie zum Ausharren verdammt. Ja, das fällt mir echt schwer.

So, nun habe ich euch auch genug vollgesülzt. Gerade kommt ein Schwung Motorradfahrer hier an. „Alte Männer“ auf wuchtigen Maschinen …  Ehrlich, wenn man die ohne Helm sieht, glaubt man nicht, dass die mit Motorrädern gekommen sind.

Liebe Grüße von Herzen, Kaya

© Kaya Licht

20 Comments

  1. Du bist wahrlich kein Jammerlappen, liebe Kaya und befindest dich offensichtlich tatsächlich irgendwo in der Schwebe, sowie auch zeitweise sehr im Zwiespalt. Was ja auch bei einer gerne aktiven und fest im Leben stehenden Frau wie dich in momentaner noch immer größtenteils unklaren Situation verständlich ist.
    Wenn es einfach nicht weiter geht und einem selbst dabei größtenteils die Hände gebunden sind, kann und darf man ganz bestimmt nen „Durchhänger“ haben. Hauptsache du kommst da auch wieder raus und es flutscht dann alles wieder bestens für dich.
    Fühle dich einfach mal ganz lieb gedrückt und Kopf hoch, damit du das Licht am Horizont auch siehst wenn es endlich ganz hell für dich leuchtet! 🤗🌈🍀

    Gefällt 3 Personen

    1. Ach liebe Hanne, danke schön. Das tut mir ja so gut.
      Ich versuche meine Situation schon zu klären. Schauen was ist, was ich gern will und welche Möglichkeiten ich aktuell habe. Heute hat es gut geklappt. Ich blieb einfach hier auf meinem Stuhl sitzen und konnte an meinem Buchprojekt weiterarbeiten. Das ist doch auch schon mal was.
      Es ist schön, dass es hier Menschen gibt, wie Dich! 🙂

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  2. Unterschätze die Biker nicht. Ich fuhr noch mit über 60 mit meinem Moped kreuz und quer durch die Alpen, und über die höchsten Alpenpässe bis nach Südfrankreich ans Mittelmeer.. ☺️ Und wenn’s „gute Jung’s “ sind stimmt auch das Trinkgeld.☺️☺️

    Gefällt 4 Personen

    1. Ach Jürgen, ich habe Deine Kommentare echt schon vermisst! Du bringst mich (fast) immer so herrlich zum Lachen!
      Die waren bestimmt gut, die drei. Die haben ordentlich Torte gegessen und Kaffee getrunken und dann sind sie wieder davongebraust.
      Apropos, was Du so alles gemacht hast und auch noch tust! 🙂

      Gefällt 2 Personen

  3. Also doch falsche Berufswahl getroffen: Clown sein und die Leute zum Lachen bringen. Hätte mir bestimmt auch gefallen. Statt dessen musste ich durch mindestens drei Leben (mehr als James Bond!) um jetzt die letzten Jahre noch über alles und mich selbst lachen zu können.. – und schliesslich ist ja morgen auch schon wieder gestern .☺️☺️

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  4. Interessante Beschreibung, die Schwebe. So fühle ich mich schon lange. Seit ich hier an der Eider, an der Grenze nach Nordfriesland wohne, sowieso. Ich fahre gern in Eiderstedt herum. Im Moment ist ja leider keine Musikantenbörse in Garding, da war ich sehr gern. Darf ich erfahren, welches Cafe das ist und wo?

    Gefällt 1 Person

    1. Natürlich. Das Café ist ja kein Geheimnis. Das Café tutgut in Koldenbüttel – bzw. zwei Kilometer vom Ortskern entfernt. Norddeich. Hier gab es auch schon mal irgendwo einen Link … folgt irgendwann noch einmal.

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