(M)ein stürmischer Tanz mit Michael Jackson

„Es war eine stürmische Nacht. Drinnen hingen die Menschen über den „Schüsseln“, stöhnten und ächzten vor lauter blubbernden Bauchgefühlen. Es roch unangenehm in den Gängen… Draußen toste der Wind, hob das Schiff auf und nieder und ließ den Regen an die Reling peitschen.“

Gerade lief ein Lied von Michael Jackson im Radio und sofort weckt es Erinnerungen in mich wach, als würde ich einen sanften Kuss erhalten, der mich in eine langvergessene Zeit zurückversetzt.

Ich ging noch zur Schule und wir machten eine Reise nach London – wegen der englischen Sprache natürlich. Wieso auch immer gab es nur einen einzigen Menschen weit und breit, der sich in dieser unbeständigen Nacht hinaus traute. Vielleicht war ich auch die einzige, die nicht seekrank wurde? Ich mochte es kaum glauben.

Zuerst stand ich unter einem Vordach und betrachtete das Spektakel sicher und trocken von meinem Platz aus, welches sich auf Deck zutrug. Die Wellen brachen über die Reling, der Wind trieb den Regen seitwärts und schob die Wolkenberge oben am Himmel vor sich her. Die Fähre wurde hochgehoben, um sie anschließend in ein Wellentief herunterfallen zu lassen.

Als es aufhörte zu regnen, setze ich mir meinen Walkman auf. Das Lied Thriller von Michael Jackson lief. Ich traute mich hinaus aufs Deck, wo ich nur sehr schwer gegen den Wind ankam. Also legte ich mich einfach ihm entgegen – und er hielt mich, wie in einer Hängematte. Ich lachte laut! Ich schrie gegen das Tosen an! Ich streckte meine Arme dem Himmel entgegen und drehte mich wie wild im Kreis. Im Nullkommanichts war ich klischnass, aber super glücklich. Ich fühlte mich eins mit was auch immer. War es die Welt? War es das Leben? Es fühlte sich einfach fantastisch an!

Und jedes Mal, wenn ich Michael Jackson höre, erinnere ich mich daran.

Liebe Grüße von Herzen, Kaya

© Kaya Licht





13 Comments

  1. Oh, ja, „Thriller“! Mit diesem Michael-Jackson-Song – einer seiner besten, finde ich – verknüpfen sich für mich auch ungezählte, schöne und aufregende Erinnerungen… Da werde ich doch gleich in meinen MP-3-Dateien stöbern, und mir „Thriller“ nach langem mal wieder anhören…
    Herzliche Grüße!

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  2. Ja, genau so war meine Fähr-Überfahrt in Schulzeiten nach der großen Insel auch! Einmal Himmel, einmal Wasser vor Augen, es war herrlich! Die großen Fährunglücke jüngerer Zeit in Ostsee, Mittelmeer und bekanntlich ja gerade auch da kamen erst später, vielleicht wäre der Genuß getrübt gewesen, aber in dem Alter hat man ja keine Angst. Ich bin immer noch halbwegs seefest (bezieht sich auch auf Luftfahrzeuge) wie letztens zwischen ein paar Tropeninseln erprobt (ich hab allerdings den Kopf abgewandt, seewärts, windwärts, um die etwas bessere Luft zu riechen), wobei das nur ein bißchen geschwabbelt hat.
    Am engsten gings mir in der Enge, mit Kajüte (harmlos, Mittelmeer, auf eine der größeren Inseln dort). Ich weiß auch warum: ich war schon älter, ich hatte Kinder dabei, meine – und schon ratterte das Gehirn: wenn etwas wäre, hier kommen wir nie heil heraus… Typisch? Na, für mich schon.
    Aber ansonsten, eine Seefahrt, die ist lustig. Schade insofern, dass ich so weit im Binnenland lebe.

    Gefällt 1 Person

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