Ganz zart und sanft und rein

Kennt es jemand, wenn man sich selbst ganz zart, fein, rein und verletzlich fühlt? So ein Gefühl, das irgendwo in einem drin schlummert und sich dann im ganzen Körper ausbreitet, jede Zelle erfasst und ein leichtes Vibrieren auslöst? So ein Moment, in dem man sich selbst ganz nah fühlt.

Bei mir kann so ein Gefühl durch unterschiedliche Situationen ausgelöst werden, die ich auch selbst erschaffen kann. Ich brauche dazu niemanden aus dem Außen.

Bei mir kann es beispielsweise eine bestimmte Melodie sein, ein bestimmtes Lied. Damit können wunderschöne Gefühle ausgelöst werden. Nicht selten, wenn ich fühle, wie ein Lied dieses wunderschöne Empfinden auslöst, höre ich so eine Melodie immer und immer wieder.

Auch ein Sonnenuntergang, den ich beobachte, während ich am Strand über den Ozean blicke, kann solche Gefühle auslösen. Ich stehe dann dort, sehe wie die glutrote Sonne das Meer in ihrem Licht badet und die Brandung sanft gegen die Felsen schlägt und über den Sand ausläuft und ich meine nackten Füße in den Sand bohre.

Oder wenn ich durch einen Wald laufe, während der Schweiß über meinen Körper rinnt und ich die Zeit ganz und gar vergesse, weil ich mit der Natur verschmelze.

Auch wenn ich den Gipfel eines Berges erklommen habe und meine Arme um den Pfosten eines Gipfelkreuzes lege, kann erhabene Gefühle auslösen.

Wenn ich eins mit mir selbst bin. Wenn ich keine tausend Splitter bin. Wenn ich meine Teile nicht erst, wie einem Puzzle zusammentragen und zusammenfügen muss. Wenn alle meine Sinne wach sind und ich mich auf das Eine, das ich gerade tue, konzentriere und der Rest keine Rolle mehr spielt, dann erfahre ich dieses einzigartige Glücksgefühl.

Natürlich kann ein anderes Lied gleich wieder ganz andere Gefühle erzeugen. Häufig sind es eh Erinnerungen, die wir damit verknüpfen und bei denen irgendwelche Synapsen in unserem Gehirn irgendetwas anzapfen und in Gang setzen.

Doch irgendwie ist es auch eine praktische Sache, wenn man diese für sich im positiven Sinne anwendet. Ich meine, wenn ich mich richtig mies fühle, dann bringe ich mich nicht unbedingt in die höchsten Gefühlsebenen, nur weil ich ein bestimmtes Lied höre, von dem ich weiß, dass es mir guttut. Doch es hilft – zumindest mir – immer, mich aus einem Tief herauszuholen. Inwieweit, das ist abhängig von dem Tief, in dem ich stecke. Oder ich renne draußen durch die Gegend. Ich denke, jeder hat da so seine eigene Methode, mit der er sich wieder aus einer miesen Stimmung herausholen kann.

Heute, da geht’s mir sowieso richtig gut. In diesem Sinne, lasst es rocken!

Liebe Grüße von Herzen, Kaya Licht

© Kaya Licht

6 Comments

  1. Oh ja, man fühlt sich dann wie „frisch geschlüpft“… Manchmal habe ich Augenblicke einer unfassbaren ungreifbaren Klarheit, dann verstehe ich ALLES, ich weiß die Antworten auf sämtliche Rätsel des Universums. Doch das dauert leider immer nur Sekundenbruchteile – und dann sind sie wieder weg, die überwältigenden Erkenntnisse, das universelle Wissen, die übermenschliche Weisheit…

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  2. Musik bringt mich immer ganz hinein ins Fühlen, auch Farben, Gerüche usw. All das, was meine Sinne zum Schwingen bringt, … Vogelzwitschern, ein sprudelndes Bächlein …
    Es ist herrlich, wenn der Monkey Mind dann zur Ruhe kommt und nur der Augenblick zählt.
    Lieben Gruß,
    Beate

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    1. Ach Beate, die Gerüche, die habe ich ganz vergessen! Mich kann man mit einem Duft geradezu verzücken! Ich schmelze dahin, vor einer duftenden Rose und beim Flieder verschwindet mein ganzes Gesicht zwischen den Blüten, weil ich den Geruch geradezu inhaliere.
      Danke für Deinen Kommentar.
      Liebe Grüße von Herzen, Kaya

      Gefällt 1 Person

  3. Genial beschrieben. Ich kenn das Gefühl auch. Es ist ein Gefühl der Weite der Seele, wo nichts anderes eindringt, als stilles Horchen und Einssein mit sich und der Umwelt, ein Gefühl der Meditation wo alles verschwimmt und du nur eins bist mit dem Leben und das Leben mit dir ..

    LG Sven:)

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    1. Genau, und alles ist dann stimmig. Es gibt keine Differenzen. Keine Unstimmigkeiten. Alles passt dann. Hat wohl auch mit Resonanz zu tun. Man ist mit sich selbst im Reinen.
      Gerade sitze ich hier in Nordfriesland auf meinem Bett und blicke raus auf eine weite Wiese und im Hintergrund der Wald. Der Himmel scheint hier so viel weiter zu sein. Es ist ganz still da draußen.

      Gefällt 1 Person

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