Eigentlich ist nichts los

Bei uns haben sich die Amseln ja auch tagelang an der Erde in den Blumenkästen zu schaffen gemacht, indem sie diese quer über den Balkon verteilten, einschließlich auf Tisch und Stühlen. Nun las ich in einem anderen Blog, dass dieses wohl ein allgemeines Verhalten dieser Vogelrasse zu sein scheint. Allerdings sieht die andere Bloggerin von einem Nistplatz durch Amseln ab – sie hat wohl schon unangenehme Erfahrungen damit gemacht. Welche, hat sie bisher nicht verraten.

Frau Amsel hat sich bei uns vorgestellt. Sie heißt jetzt Piepsi Lotta. Herr Amsel hält sich da bedeckt. Er will wohl lieber inkognito bleiben. Auf jeden Fall war Piepsi Lotta fleißig. Inzwischen liegen fünf Eier im Nest. Mal schauen, wie es weitergeht, obwohl ich nicht viel davon mitbekommen werde.

Am Mittwoch geht nämlich meine große Reise los. Dann stopfe ich mein Auto voll und fahre nach Nordfriesland. Das wichtigste Utensil wird meine neue Kamera sein! Die hat mir mein Mann vorgestern geschenkt. Jetzt muss nicht mehr mein Mobiltelefon herhalten. Jetzt arbeite ich sogar mit Objektiv! Wenn das nicht großartige Fotos werden, dann weiß ich auch nicht.

Natürlich könnte ich jetzt gleich die lilabläulichen Blumen auf dem Rasen fotografieren, die der Hausmeister beim Mähen aussparte, nachdem ich ihn darum gebeten hatte. Ich weiß natürlich nicht, wie die Nachbarn darüber denken. Aber einige von denen lassen ja auch ihren Hund auf den Rasen sch… Andere Nachbarn stecken kleine Fähnchen neben die Haufen. Ob für den Hausmeister, damit er nicht rüber mäht oder als Mahnmal für die Hundebesitzer, das habe ich noch nicht rausbekommen. So wirklich interessierten tut mich das auch nicht. Ich erfreue mich an den lilablauen Blumen, die da noch stehen.

Gestern hat uns der Postbote die heißersehnte frohe Botschaft überbracht – die Baugenehmigung ist angekommen! Wir sind ganz aus dem Häuschen! Wieder sind wir unserem Ziel ein Stück nähergekommen. Das, was bisher noch so unwirklich erschien, nimmt langsam Formen an und wird realer. Nun müssen wir uns auch endlich an die Küchenplanung ranmachen, damit in der Ausführungsplanung die Wünsche entsprechend berücksichtigt werden können. Sonst fehlen nachher Steckdosen dort, wo sie gebraucht werden oder die Anschlüsse für Wasser und Strom in der Küche befinden sich nicht dort, wo wir sie haben wollen. Dann beugt sich jetzt noch der Statiker über die Pläne. Mal schauen, wie lange der dafür benötigt. Unser Bauleiter meint, in der Regel vier bis sechs Wochen.

Kennt eigentlich von euch jemand den Film „Geschenkt ist noch zu teuer?“ Als ich das mit den „vier bis sechs Wochen“ schrieb, fiel mir seltsamerweise genau dieser Film ein. In dem Film kauft ein junges Paar eine alte Villa – mit Auto – die wirklich sensationell aussieht. Sie ziehen auch gleich ein. Wie sich dann jedoch herausstellt, ist es eigentlich eine Ruine. Da bricht die Badewanne durch die Decke und der Schornstein in sich zusammen, die Leitungen brennen durch, der Kleiderschrank fällt auseinander, bei Regen tropft es durch das Dach, im Boden unter einem Teppich klafft ein Loch und noch so einiges mehr. Das alles geschieht zum größten Teil, während eine Horde Handwerker dort arbeitet. Natürlich kommt es auch zu einer Beziehungskrise bei dem Paar, zu Geldnöten sowieso, Eifersuchtsszenen und so einiges mehr. Es ist eine Komödie und endet natürlich mit einem Happy End. Wenn die Handwerker dann gefragt werden, wie lange sie denn noch bräuchten, lautet die Antwort immer entweder „vierzehn Tage“ oder „zwei Wochen“. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange sie dort schon arbeiten. Die Antwort bleibt immer gleiche.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschenkt_ist_noch_zu_teuer

Also schauen wir mal, wie lange der Statiker jetzt für unser Haus braucht.

***

Was mir echt noch auf dem Herzen liegt, ist die Geschichte mit dem Blogger Award. Ehrlich, ich habe mich über die Nominierung gefreut, auch wenn ich null Ahnung hatte, was es damit auf sich hat. Das habe ich dann nach und nach herausbekommen.

Es ist halt nichts, wo man am Ende „die / der Beste“ ist; und man bekommt auch keine Urkunde, die man ich einrahmen und an die Wand hängen kann. Es ist auch nicht so wie bei einer Oscar-Preisverleihung. Man wird auf keine Bühne gerufen und niemand applaudiert laut oder steht auf und es entsteht ein Standing Ovation. Nix weiter passiert, außer der eine Kommentar, den man bekommt, in dem ein anderer Blogger einem mitteilt, dass man nominiert wurde. Fertig. Was dann folgt – wenn man die Herausforderung annimmt – ist eine Menge „Arbeit“. Arbeit in Anführungszeichen, weil es auch Freude oder Spaß bringen kann.

Was es auf jeden Fall ist, ist die Anerkennung durch den Blogger, der einem diese Nominierung überbringt und das ist doch schon eine Menge, finde ich! Also, ich habe mich darüber wirklich riesig gefreut!

Allerdings gibt es auch einen klitzekleinen Haken an der Sache. Eigentlich heißt es ja, man soll dann fünf weitere Blogs nominieren. Meistens wird es mit dem kleinen Wort „mindestens“ weitergeleitet, denn, wie die meisten von euch sich sicherlich vorstellen können, ist es echt schwierig, fünf Blogs auszuwählen und den Rest halt nicht. So werden es schon mal gern zehn Blogs, die man nominiert. Dann bleiben halt immer noch welche übrig. Das ist so. Und es ist bestimmt von keinem Blogger „böse“ gemeint, wenn der eigene Blog mal nicht dabei ist. Ehrlich nicht.

Es gibt auch eine Menge Blogger, die das gar nicht annehmen. Es wird nämlich häufig mit einem Kettenbrief verglichen und umgangssprachlich „Stöckchen“ genannt. Als würde man einen Stock weiterreichen.

Es existieren für alles immer ein Für und ein Wider. Das ist so und das wird auch immer so bleiben.

Kettenbriefe, in denen Sachen stehen, wie „schicke das an zehn (zwanzig) Leute weiter, dann bekommst du oder sogar sonst passiert dir, die reiche ich grundsätzlich nicht weiter und an denen beteilige ich mich auch nie.

Doch irgendwie empfand ich dieses hier – und das nicht nur, weil ich es erhalten habe – mit dem Blogger Award ein bisschen wie eine Anerkennung für meinen Blog und ja, darauf bin ich auch ein bisschen stolz. Und diese Freude gebe ich halt auch gern weiter, an andere, indem ich diese nominiere. Und bitte, bitte, bitte, jene, die nicht mit auf der Liste stehen – ihr seid bestimmt ein anderes Mal dran, denn es sind noch so, so, so, so viele andere Blogs dabei, die ich am liebsten auch alle nominiert hätte. Doch dann säße ich jetzt vermutlich immer noch daran…

Ich schätze euch wirklich alle und eure Blogs sind auch alle großartig! Das meine ich ehrlich und ernst. Und es ist immer nur eine Momentaufnahme. Nicht mehr und nicht weniger.

Euch allen einen zauberhaften Sonnabend.

Liebe Grüße von Herzen, Kaya Licht

© Kaya Licht

12 Comments

  1. Fünf Eier – da sind Piepsi Lotta und Herr Amsel aber schön fleißig gewesen. 😉 Schon ein bisschen schade, dass du Mittwoch nach Nordfriesland fahren wirst, sonst könntest du das Brüten, Schlüpfen und Aufwachsen der kleinen Amselküken beobachten…
    „Geschenkt ist noch zu teuer“ mit dem ganz wunderbaren Tom Hanks sehe ich immer wieder gerne, es ist ein warmherziger und richtig komischer Film.
    Als ich noch „frisch geschlüpfte“ WordPress-Bloggerin war, habe ich mich an vielen sogenannten Projekten und auch Awards und Stöckchen beteiligt. Bis ich zu der Erkenntnis gelangte, dass mich all diese Aktivitäten in meiner Freiheit doch etwas einschränken, auch wenn sie noch so gut gemeint waren. Vor etwa zehn Jahren sind diese Dinge bei den Bloggern aufgekommen, und haben sich verbreitet wie Unkraut, und relativ schnell ging viel von der einstigen Unbeschwertheit, Kreativität und eben auch Freiheit flöten, wohin ich auch in meiner Bloggerliste klickte, beinahe überall waren nur mehr Projekte, Awards und Stöckchen zu sehen. Ich bin dann bei all diesen Dingen ausgestiegen, und mache – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – seitdem einen ganz großen Bogen darum. – Aber das liegt selbstredend bei jedem/jeder einzelnen, wie er/sie mit Awards, Projekten, Stöckchen etc. umgehen möchte. 😉
    Hab einen schönen Tag – und bleib gesund!

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    1. Das kann ich Dir sagen! Gerade sitzt Piepsi Lotta wieder auf ihrem Nest, mit ausgestrecktem Hals. Eigentlich hat auch das Vor- und Nachteile. Wir können aktuell unseren Balkon nicht wirklich nutzen. So ist es ganz gut, jetzt nach Nordfriesland zu fahren. Da ist dann Platz ohne Ende und überall auf dem Grundstück meiner Freundin kann ich Platz nehmen. Ach weißt Du liebe Martha, ich freue mich nun doch schon sehr. Es ist ja eh unser großes Ziel dorthin zu ziehen und ich habe jetzt das Privileg nicht warten zu müssen, bis unser Haus fertig ist.

      Das mit den Awards habe ich so, wie Du es beschreibst, auch schon mitgekommen. Für mich war es halt noch mal eine schöne Herausforderung, denn zu den Spitzenzeiten habe ich wohl gerade mit dem Bloggen pausiert.
      Meinen ersten Blog hatte ich so in etwa 2008.

      Für Dich auch einen schönen Tag – und bis bald.

      Liebe Grüße von Herzen,
      Kaya Licht

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      1. Ich habe auch 2008 mit dem Bloggen begonnen, im Spätsommer… Das mit den Projekten etc. begann Anfang 2009. Damals war es noch etwas Besonderes, eine Auszeichnung, wenn man zu so etwas eingeladen wurde. Doch dann hat sich das wie ein Lauffeuer verbreitet, und der Reiz war dahin. Mich hat das seinerzeit ziemlich erbost. Ich hatte aus Protest sogar einen Blogpost geschrieben, in etwa so: Stell dir vor, du lebst in einem schönen kleinen Dorf. Jeden Abend machst du einen Spaziergang, du hältst an jeder Garten- und Haustür, und überall erzählt man dir andere, verschiedene, schöne, phantasievolle, spannende Geschichten. Doch nach und nach ändert sich das Verhalten deiner Mitmenschen im Dorf. Du machst immer noch allabendlich deinen Rundgang – aber jetzt hörst du an jeder Garten- und Haustür ein- und dieselbe Geschichte, nur minimal variiert. Hat mir seinerzeit etliches Unverständnis und auch Schimpfe eingebracht. 😉

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        1. Ich sitze hier und lache gerade. Also bei mir erhältst Du dadurch kein Unverständnis und auch keine Schimpfe. Ich kenne das ja, wenn ich so auf diese „Kettenbriefe“ reagiere, weil ich halt nix weiter verschicke und verteile. 🙂

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  2. Hallo Kaya, Glückwunsch zur neuen Kamera. Verrätst du mir, welches Fabrikat? Ich habe mich ja schon durch viele Apparate fotografiert – von Sony, Canon, Panasonic Lumix bist jetzt wieder zu einer Sony. Die erste Sony hat keine Regentropfen vertragen und die vorletzte habe ich in München bei einer Mittagsrast neben der Bank liegen gelassen.
    Ich kann immer nur durch gute Motive mein Nicht-Können kaschieren, denn Mit Fotoapparattechnik kann ich nicht richtig umgehen.
    Schönes Wochenende

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    1. Hallo Clara, es ist eine Canon. Wie die sein wird, kann ich noch nicht sagen. Ich werde beizeiten berichten. Dass ich die Kamera irgendwo liegen lassen, hoffe ich mal nicht. Mir ist mal eine auf eine geklaut worden. Am besten, man behält sie immer direkt irgendwie auf Tuchfühlung.
      Sind die Motive nicht immer das A und O?
      Dir auch ein schönes Wochenende.

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      1. Mit witzigen Motiven kann man manchmal die vielleicht technisch nicht ganz perfekten Fotos ausgleichen. Es ist schon ein Unterschied zwischen Motiv und Motiv.
        Meine damalige Cannon war ein ziemlicher Energiefresser und hatte noch 4 AA-Batterien – damit auch ziemlich schwer.

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        1. Das mit den schweren Batterien kann ich mir gut vorstellen. Bei meiner ist ein Akku drin und vorsichtshalber habe ich noch einen auf Reserve.
          Da ich noch gar keine Erfahrungen damit gemacht habe, kann ich auch noch nichts darüber schreiben. Aber wenn es denn soweit ist, dann werde ich davon berichten.

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  3. Bei uns haben die Amseln genau 20 Minuten nachdem ich das kpl. haus gekaerchert und bin deren Dreck befreit hatte gleich wieder die weisse Fassade verdreckt. Ich könnte die Viecher direkt auf den Grill oder in die Mikro werfen.. Dabei hätte ich gestern noch siber/buntes Metallflatterband unter der Regenrinne befestigt. Na ja, wenigstens was los ☺️ Und jetzt mit der neuen Kamera wird es aber Zeit, Eueren Bau-Blog anzufangen. ☺️☺️ lG

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    1. Oho, das klingt nicht nett von den Amseln. Da kann ich das mit dem Grill oder der Mikro wirklich verstehen :-).
      Was meinst Du, wie ich nicht nur den Bau-Blog, sondern auch den Nordsee-Blog herbeisehne! Das zweitgenannte geht ja nun am Mittwoch los und der Bau beginnt dann hoffentlich auch bald. Ich werde euch ja auf jeden Fall auf dem Laufenden halten. Liebe Grüße auch von mir.

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