Ebenen der Kommunikation

Ziemlich oft frage ich mich, auf welcher Basis wir Menschen uns miteinander unterhalten. Wie schaffen wir es, uns miteinander zu verständigen – und auch zu verstehen?

Wir wissen es ja inzwischen, dass wir dies nicht alleine über die verbale Kommunikation tun. Ganz im Gegenteil, viele andere Möglichkeiten werden von uns mehr oder weniger bewusst und unbewusst genutzt; dazu gehört die Körpersprache, der Klang der Stimme, die Melodie dazu, die Wortwahl, der Inhalt der Mitteilungen, der eigene Geruch, die Körperhaltung und deren Bewegung und nicht zu vergessen, die Ebene, auf der wir miteinander in Beziehung treten.

Für mich sieht es folgendermaßen aus – was natürlich nicht den Anspruch auf Korrektheit einfordert.

Umso ähnlicher die Ebenen der Kommunikationspartner sich sind, umso besser fühlen wir uns verstanden und angenommen.

Zu der Ebene zähle ich persönlich auch die Themen, die wir wählen, um mit dem anderen in Kontakt zu treten und in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, inwieweit bin ich in der Lage und bin ich auch bereit, mich auf den anderen einzustellen. Fällt es mir leicht, mich auf seine Ebene einzulassen, seine Themen auszuwählen, seine Sprache zu benutzen? Oder spüre ich Widerstand in mir? Womöglich Langeweile oder Unbehagen? Fühle ich mich gestärkt oder geschwächt? Erhalte ich Energie oder wird mir Energie abgezogen?

Bei den Ebenen sehe ich jeden einzelnen Menschen auf einer Art flachen Wolke stehen, die sich ganz leicht durch die Luft bewegt – sowohl nach oben wie auch nach unten, als auch nach rechts, nach links oder vor und zurück. Jeder Mensch verfügt über die Möglichkeit sich in alle Himmelsrichtungen zu bewegen, um sich auf den anderen einstellen zu können.

Begegnen wir in unserem Leben auf eine Person, deren Ebene genauso schwingt wie unsere – mit der wir auf derselben Wellenlänge schwimmen und die unsere Seele berührt – dann braucht es kein aufeinander Einstellen mehr. Wir stimmen im selben Ton und Klang und wenn wir einander begegnen, berühren sich unsere Seelen und die Energie zwischen uns, schwingt wie eine Schaukel an einem Baum, die ganze Zeit hin und her und mehrt die Energie für alle Beteiligten immer mehr.

Treffen wir Menschen, deren Ebene nicht mit der unsrigen gleichstimmt, erleben wir häufig Energieraub, das Gefühl von Missverstanden werden, Erklärungsnot, Erklärungsbedürftigkeit, Abstimmungsnotwendigkeiten, Kräfteschwund, Zweifel, Wut und andere kräftezehrende Gefühlswallungen.

Dann gibt es natürlich auch die neutralen Personen. Wir stoßen auf diese, mehrfach in unseren Leben und gehen an ihnen häufig einfach nur vorbei, ohne wirklich Notiz von ihnen zu nehmen. Diese können auch jahrelang unser Leben begleiten. Doch sie hinterlassen kaum Spuren.

Von den Menschen, mit denen wir gleichschwingen, können wir selten genug bekommen. Die Gefahr von Sucht besteht. Es kann zu einem Rausch kommen. Es ist, als puste dieses Gefühl alles, was uns unangenehm erschien, was an uns klebte, obwohl wir es nicht wollten, mit einem Schlag weg. Wir fühlen uns stark, kraftvoll und denken nur noch positiv und wir wollen weiterhin von dieser Verbindung kosten. Wer einmal diese Erfahrung gemacht hat, der weiß wovon ich spreche.

Allerdings sind wir Menschen und wir Menschen reagieren sehr unterschiedlich, geprägt von allerlei Blödsinn, den man uns im Laufe des Lebens eingetrichtert hat und wir haben genug davon auch als bare Münze angenommen, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben. So glauben wir vieles, ungefiltert, unkritisch betrachtet und machen uns damit das Leben schwer.

Einiges davon gehört zum kollektiven Bewusstsein. Anderes wurde von energetisch starken Gruppen als wahr in die Welt gesetzt und die Masse hat es wieder nicht gesiebt angenommen. Hinzu kommen die Dinge, die wir von Eltern und anderen scheinbar „großen Leuten“ als Wahrheit verkauft bekommen haben, wobei auch diese ihre Wahrnehmungen nur von anderen weitergegeben bekommen haben. Auf diese Weise hat sich ein Weltbild gebildet, welches sich in unseren Körpern eingenistet hat.

Nichtsdestotrotz gibt es die Querulanten, Rebellen und Störenfriede, die an diesem Bild kratzen, eine andere Richtung einschlagen, entgegengesetzt Gehen, es Infrage stellen und mit anderen Grundsätzen aufwarten, wobei sie schlicht und einfach behaupten, das bisherige Weltbild und die Einstellungen und Glaubenssätze über einen selbst sind falsch. Natürlich spielt das bei der Kommunikation auch immer eine Rolle.

Doch damit erzähle ich ja sowieso nicht viel Neues, schließlich wurden schon viele Bücher über diese Themen geschrieben, Seminare gehalten und auch ansonsten existiert genug Material darüber.

Mir geht es hier um die Ebenen, auf denen wir uns begegnen. Ebenen, die ich selbst erfahren habe, sonst wäre ich schließlich gar nicht auf dieses Thema gekommen.

Manchmal sitze ich mit einer Person zusammen und wünsche mir einen Knopf, um den Erzählschwall, der sich über mich ergießt, zu beenden. Ich habe dann das Gefühl, dass es keine elementare Verbindung zwischen der Person und mir gibt, zumindest nicht zu jenem Zeitpunkt. Hinzu kommen dann die Themen, die diese Person wählt und wenn es sich um interessante Themen handelt, erscheint es mir häufig, als würde die Person selbst um Antworten heischen und um welche zu finden, zimmert sie, kopfgesteuert, schnell welche daher, die sie wortreich und doch irgendwie leer über mich ausschüttet. Ich spüre jedes Mal, wie ich selbst leergesogen werde und manchmal auch unangenehme Gefühle in mir hochströmen.

Dann kenne ich diese Begegnungen, wo kaum Worte notwendig sind. Wortfetzen reichen aus, um sich zu verstehen. Und die Steigerung sind jene Begegnung, in denen man sich auch noch miteinander verbunden fühlt und das Mehr wahrnimmt. Dort reichen Blicke, eine leichte Berührung oder auch wenige Worte und es ist, als würde durch einen dicken Verbindungsschlauch, ein ständiger und steter Strahl hin und her fließen. Die Energie steigert sich und man wird aufgefüllt mit Kraft, Energie, Gutfühlen und Liebe.

In einem Buch las ich, dass es Menschen gibt, die aus der Angst heraus agieren und weil sie kontrollieren wollen oder auch Macht über den anderen behalten wollen, weil sie Ängste in sich tragen, wie Verlustangst, Angst vor Ablehnung, Angst davor nicht dazuzugehören oder was auch immer, verhalten sie sich manipulativ. Sie tun dies meistens noch nicht einmal bewusst. Allerdings spüren Menschen wie ich diese Verhaltensweisen und nur selten lassen sie sich auch kommunizieren, denn dazu gehört die Bereitschaft auf der anderen Seite. Ich habe früher oft erlebt, dass Gespräche dann eskalieren und es zu einem Streit führt, der nicht gerade förderlich für eine Beziehung ist. Schlussendlich bröckelt es in dergleichen Beziehungen und wenn nicht beide es schaffen, auf zumindest einer ähnlichen Ebene miteinander zu kommunizieren, nutzt sich diese Beziehung irgendwann ab.

Man kann sich das auch wie zwei Pflanzen vorstellen. Begegnen sich zwei Pflanzen, die sich untereinander bestäuben, bekräftigen und stärken, wachsen sie, bekommen große, herrliche, duftende Blüten und reifen zu mächtigen Bäumen heran. Hinzu kommt, dass diese Pflanzen aus sich heraus dann ebenfalls wachsen und gedeihen und selbst übervoll abgeben können.

Begegnen sich zwei Pflanzen, die sich immerzu aneinander reiben und es nicht schaffen, sich auch gegenseitig zu befruchten und zu bekräftigen, werden sie lediglich vor sich hin verkümmern. Sie werden nicht zwangsweise sterben, doch sie werden auch nicht groß und kräftig. Man wird sich ständig um sie kümmern müssen, weil sie sonst gar keine Kraft und Energie mehr besitzen. Nicht selten besitzt eine der beiden Pflanzen noch mehr Energie als die andere und ist auch in der Lage selbstständig Energie zu produzieren, weil sie andere Pflanzen kennt, mit denen sie kraftvolle Beziehungen pflegt.

Abhängig von den Ebenen, auf denen wir miteinander kommunizieren, gestalten sich auch unsere Beziehungen. Dabei ist nicht jede Beziehung gleich. Erst, wenn wir selbst unseren Energielevel hochhalten können, werden sich auch unsere Beziehungen immer mehr auf diesem Level bewegen. Und wie offen wir sind, wie ehrlich, auch uns selbst gegenüber, wie mit diesen Aspekten umgehen, spielt sicherlich auch eine Rolle.

Mit herzlichen Grüßen, das Licht

©️ Kaya Licht

27 Comments

  1. Zur Grundfrage. Kommt darauf an, wie lange man sich kennt. Vetrauen ist ganz wichtig. Bei neuen Bekanntschaften kommt zuerst das Bauchgefühl und die Erfahrung. Bestehen begründete Bedenken, ist es besser einen schnellen Schlußstrich zu ziehen. Hört sich hart an, erspart aber Enttäuschungen.

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    1. Auch wenn es sich hart anhört, so ist es doch durchaus besser so … 🙂
      Natürlich spielt es auch häufig eine Rolle, wie lange man sich kennt, doch manchmal tauchen diese Ebenen schon ziemlich schnell auf und werden auch schnell deutlich. Entspricht zumindest meinen Erfahrungen.
      Dir noch einen schönen späten Nachmittag, vielleicht ja auch so sonnig, wie hier bei uns.

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  2. Man sollte nicht erwarten, dass sich Kommunikation mit einer Person, nur auf einer Ebene abspielt. Auch die gleich schwingensten Menschen harmonieren nicht ständig. Es gibt einen Störenfried in unserem Kopf. Der Geltungsdrang. Das gesehen, gehört werden wollen. Quatsch einer zuviel, hört einer zu wenig zu, verschieben sich ganz schnell die scheinbar harmonischen Ebenen. Menschen sind voller Defizite die sie zu füllen suchen. Das macht den Umgang untereinander so schwierig. Auch lebt jeder Mensch in seiner ganz eigenen Welt und aus dieser Welt betrachtet er die Welt in der alle leben. So gibt es zu einem Thema, so viele Meinungen, wie Leute die daran beteiligt. Jeder möchte seine Meinung zum Besten geben und solange er sie nicht von sich gegeben, ist er wenig geneigt die anderen anzuhören. Er ist einfach nur bei sich und nicht bei der Sache. Bis er gesprochen hat. Dann ist es aber lange noch nicht Schluss. Er möchte erfahren wie die Anderen über seine Meinung denken. Daraus können dann wiederum jede Menge verschiedene Handlungsstränge entstehen. Es ist daher eher verwunderlich, wenn die Menschen miteinander sprechen und nicht übereinander.

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    1. Guten Morgen Robert,
      von meinem Platz aus, habe ich einen zauberhaften Blick rüber in den Forst, der zu dieser Seite hin eine grüne dichte Wand bildet. Eine Wand aus ewighohen vielbelaubten Bäumen. Gestern sah ich einen Storch über eine Wiese stolzieren.
      Nachdem ich Deine Zeilen gelesen hatte, las ich noch einmal meinen Beitrag durch. Dann wieder Deine Sätze und ich betrachte ihn jetzt einfach als eine weitere Sichtweise auf das Thema Kommunikation, unabhängig von meinen Aussagen.
      Meine Aussage bezog sich schlicht auf eine Betrachtungsweise, zu der ich kam, nachdem ich Menschen begegnet war, deren Wirkung auf mich nicht unterschiedlicher sein konnte. Ich bildete für mich sozusagen ein Modell, anhand dessen ich mich – verständlich für mich – entlanghangeln konnte. So wurde es mir möglich, Gefühle, die ich zu jenem Zeitpunkt hegte, gut zu verpacken und zuzuordnen. Dieses Modell war mir gut dienlich. Das Modell mit den unterschiedlichen Ebenen.
      Nun lese ich Deinen Kommentar, ich weiß nicht, das wievielte Mal. Ja, es stimmt und ich weiß nicht, ob irgendjemand erwartet, dass sich Kommunikation mit einer Person immer auf einer Ebene abspielt. Spielen nicht auch deren – und die eigene natürlich auch – Verfassungen eine große Rolle?
      Bin ich gut drauf, kann ich manch Scherz besser verkraften, als wenn ich schlecht drauf bin. Schwillt in mir ein Zorn, sollte man mit manchen Äußerungen lieber vorsichtiger sein. Sicher spielen noch andere Aspekte eine Rolle, ganz bestimmt sogar.
      Du bringst jetzt das Thema Meinung ins Spiel. Jeder will seine Meinung kundtun, sagst Du. Während ich Deine Zeilen lese, erinnere ich mich an Situationen, die denen ähnlich waren, die Du am Schluss über die Menschen und ihre Unterhaltungen schreibst. Gut, denke ich. Es stimmt. Es gibt diese Situationen. Doch ich habe auch Menschen getroffen, die anders sind. Ja, es gibt Menschen, die wirklich zuhören und auch interessiert sind. Und die selbst interessante Dinge zu erzählen haben, wenn man denn seinerseits bereit ist zuzuhören. Dann kann man nämlich viel lernen….
      Ich frage mich nun auch, ob es auch hier ein „Sowohl-als auch“ gibt. Dass die Menschen doch nicht alle gleich sind.
      Ich nenne es einfach „mein Modell“ mit den Ebenen, weil ich nach etwas suchte, um das, was ich ausdrücken wollte, zu vereinfachen und erklärbar zu machen. Erinnerst Du Dich an die Wolken, die ich beschrieb? Damit kann man halt auch in andere Richtungen gelangen.
      Natürlich sind wir nicht alle jeden Tag gleich. Wir schenken auch nicht jeden Tag die gleiche Aufmerksamkeit. Manchmal hören wir mehr zu, manchmal sind wir durch eigene Gedanken abgelenkt. Und sicher gibt es diese Menschen, die einfach gar nicht wirklich zuhören wollen, weil sie ständig damit beschäftigt sind, sich selbst darzustellen und zu jedem Thema, ob sie Ahnung haben oder nicht, etwas „ganz wichtiges“ beizutragen wollen und das unbedingt. Ja, manchen ist das Geltungsbedürfnis direkt auf die Stirn gemeißelt. Diese Menschen habe ich hinter die Ebene mit dem Energieraub versteckt.
      Ach Robert, wieder so ein Thema ohne ein Ende in Sicht. Es ist schön, Deine Gedanken mit einzuflechten, zu betrachten, mich reinzufühlen und zu sagen: „Ja, auch das ist stimmig. Ja, auch das habe ich schon erfahren.“
      Danke für Deinen Kommentar.
      Herzliche Grüße, das Licht

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      1. Guten Morgen
        Wäre doch interessant zu ergründen wie viele Ebenen der Kommunikation es gibt. Ihre Wechselwirkungen. Aber ich verstehe deinen Ansatz. Menschen wirken auf Menschen und jeder wirkt anders auf die eigene Person. Aber er wirkt immer nach meiner eigenen inneren Einstellung. So sagt sein Wirken erstmal mehr über mich selbst aus, als über ihn selbst. Erst mit der Auseinandersetzung mit der Person kann man, je nachdem ich fähig bin mich einzulassen, die Person kennenlernen. Sprich je offener ich selbst bin, um so weniger Ebenen werden nötig sein. Erstmal. Auch ist es wichtig für jeden selbst zu wissen, auf welcher Ebene man selbst überwiegend kommuniziert. Daher sind Menschen die auf verschiedenen Ebenen miteinander kommunizieren, oft schnell genervt oder überfordert. Ist dann noch das Thema schwierig oder für einen der Beiden langweilig, werden zumeist keine weiteren Gespräche geführt. Was für Schlüsse hast du denn für dich aus deiner beschriebenen Sicht gezogen? Hat das dein Handeln verändert? Erleichtert es dir den Umgang mit Menschen?
        Lg Robert

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        1. Was Paul über Peter sagt, sagt mehr über den Paul als über den Peter (aus).“ (Baruch Bededictus de Spinoza)

          Die letzten Stunden schrieb ich über zwei Seiten lang einen „Kommentar“ zu Deinem Kommentar. Das erscheint mir an dieser Stelle dann doch ein bisschen zu lang – und wenn ich es genau betrachte, sind es wohl Zeilen für mich gewesen.
          Auf jeden Fall scheint die Kommunikation mit Dir anregend zu sein. Sie weckt Gedanken, sie löst aus, sie triggert an, sie mischt mal so ordentlich auf und fördert verborgenes Wissen an die Oberfläche.
          Ohne Dich zu kennen, erinnerst Du mich an jemanden, den ich mal kannte, was aber schon ungefähr fünfzehn Jahre zurückliegt. Da rauschten die Gespräche (auch) immer gleich mittenrein. Nichts plätscherte seicht an der Oberfläche, damit gaben wir uns nie zufrieden. Wir marschierten gleich in die Tiefe, da wo es brodelt und kocht.
          Natürlich gibt es viele Betrachtungsweisen zum Thema Kommunikation. Auch unterschiedliche Modelle. Friedemann Schulz von Thun kam ja mit seinem 4-Seiten-Modell um die Ecke, in dem es um vier Ebenen geht: die Sachebene, die Selbstoffenbarungsebene, die Beziehungsebene und die Appellebene. Dann finde ich die gewaltfreie Kommunikation eine schöne Möglichkeit, um miteinander zu kommunizieren. Und wenn ich noch länger darüber nachdenke, fallen mir bestimmt noch mehr ein.
          Für mich diente das mit meiner Beschreibung als Modell, um eine damalige Situation begreifbar zu machen. Auf der anderen Seite konnte ich daran für mich gut erkennen, wie die aktuellen unterschiedlichen Beziehungen, auch mit ihren Kommunikationen auf mich wirkten. Wie viele Ebenen es tatsächlich gibt und ob man die so exakt bestimmen kann, weiß ich nicht.
          Bei mir hat das immer viel mit Fühlen zu tun. Wie fühle ich mich in der Gegenwart des anderen? Das kann sich auch auf geschriebene Worte beziehen. Wie fühle ich mich in der schriftlichen Kommunikation mit jemand anderen?
          Und natürlich, umso mehr ich mich davon betroffen fühle, gerade in die negative Richtung, umso mehr hat es vermutlich mit mir zu tun und eine genauere Begutachtung und Betrachtung würde mir sicherlich guttun.
          Wenn ich das dann für eine Weile lang getan habe und dann einen Zustand der inneren Gelassenheit erreicht habe, wenn dann die Kommunikation mit dieser Person weiterhin unfruchtbar bleibt und der Raum zwischen uns sich mit nichts füllt, dann finde ich es in Ordnung, wenn ich mich liebevoll bedanke, verabschiede und weiterziehe.
          Ein Chef sagte mal zu mir: „Entweder es passt oder es passt nicht.“ Den Satz finde ich gar nicht so schlecht.
          Es gibt ja auch Menschen, die krampfhaft an Beziehungen festhalten, obwohl diese in keiner Form förderlich sind. Da wird gekämpft, diskutiert, gedroht, manipuliert und andere unlautere Mittel eingesetzt. Wozu soll das dienlich sein?
          Natürlich gibt es auch keine Zufälle. Es hat einen Sinn, wieso wir jene Menschen treffen, die uns auf irgendeine unangenehme Weise berühren. Sie dienen uns. Doch wenn wir unsere Lehre daraus gezogen haben und Frieden mit ihnen schließen, dann bedeutet es nicht, dass wir für den Rest unseres Lebens mit ihnen Kontakt pflegen müssen.
          Und ja, ich habe einiges an meinem Handeln verändert, anderes nicht. Und manchmal, wenn ich spüre, da triggert mich etwas an, dann halte ich inne und schaue mal, was da so los ist. Ich nutze dann dieses Modell nicht unbedingt in vollem Bewusstsein. Doch indirekt, da spüre ich ja schon, ob eine Begegnung mich beflügelt oder eher runterdrückt.
          Liebe Grüße, das Licht

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          1. Ich bevorzuge die Intuitive Gesprächs Energie. Auf dieser Basis fällt mir Zuhören und Sprechen gleichermaßen leicht. Da ich zwischen mir und meinem Gesprächsgegenüber einfach die Positionen tauschen kann. Was manchmal aber schwierig, da ich zumeist 5 Gedankengänge voraus bin und warten muss, bis das Gegenüber dorthin gelangt. Ich würde es begrüßen, würde sich die Menschheit auf ein Intuitives Denken einlassen. Das würde alle Menschen in eine Position versetzen, die der Weiterentwicklung dienlich wäre. Du schreibst es gibt keine Zufälle. Bei unserem Gehirn ist das nicht möglich. Es enthält viel zu viele Lücken und Un-Kenntnisse als das es nicht dem Zufall bedürfe. Und einem Sinn auf einen Menschen zu treffen macht es nur, wenn ich mich auf diesen Menschen einlassen möchte. Möchte ich das nicht, lerne ich auch nichts. Wir Menschen lernen ja kaum etwas von Menschen die wir akzeptieren. Daher hört man ja immer wieder, ich muss meine Fehler selbst machen. Auch so ein überflüssiges Dogma. Die Annahme das Gehirn würde nur aus eigenen Erfahrungen lernen. Aber ich schweife mal wieder ab. Ich finde deine Herangehensweise ans Leben sehr lebendig und,“durch fühlt“. Es ist daher sehr angenehm sich mit dir auszutauschen.

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          2. Ich habe mich schon häufiger gefragt, wo Du diese klaren und direkten Kommentare her hast. Die intuitive Gesprächs-Energie erklärt natürlich einiges.
            Im Gespräch brauche ich häufig den Raum, zum Nachdenken. Ich muss mich erst einmal in mein Gegenüber rein fühlen können. Dann kann es auch passieren, dass die Worte aus mir heraussprudeln.
            Beim Schreiben fällt mir das leichter. Allerdings gelingt es mir nicht immer. Ich kann es genau fühlen, wenn es stimmig ist. Dann kommt es mir vor, als würde jemand anderes die Führung beim Schreiben übernehmen. Ich lese dann praktisch hinterher. Natürlich kommt es aus meinem Inneren, aber es versetzt mich jedes Mal ins Staunen, wenn ich meine fertigen Werke anschließend lese. Ich nenne es „mein mediales Schreiben“. Doch es sind schlussendlich alles nur Worte.
            Dein Abschweifen gefällt mir übrigens. Deine Erklärung zum Zufall und den Lernaspekten finde ich spannend. Darf ich fragen, woher Du dieses Wissen beziehst? Ich habe gerade einen sehr interessanten Beitrag über das Gehirn gesehen und gehört. Gern will ich davon zu einem anderen Zeitpunkt berichten. Ich habe hier und jetzt schlicht und ergreifend keine Zeit mehr…
            Ich danke Dir sehr für Deine Rückmeldung zu meine Herangehensweise ans Leben und ich bin gespannt auf unseren weiteren Austausch. Es werden sich sicherlich noch Gelegenheiten ergeben. Du bietest in Deinem Blog schließlich genug Stoff. Bis bald.

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          3. Ich informiere mich einfach über Funktionsweisen. Wie die vom Gehirn zb. Alles andere sind dann intuitive Ableitungen. Das mit dem Schreiben ohne „denken“ kenne ich auch. Einfach den Geist öffnen und das Denken einstellen. Die Informationen fließen in Strömen.
            Bis bald.

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  3. Ich habe ein Problem mit DauerrednernInnen, wie von dir beschrieben, in deren unaufhörlichem Wortschwall man schier zu ertrinken meint. Das sind in der Regel auch niemals gute FreundeInnen, wie viele Erfahrungen mir gezeigt haben. Zu einer guten Beziehung gehören gleichberechtigte Dialoge – sie müssen nicht immer gleichgesinnt sein, aber eben gleichberechtigt. Quatscht mich mein Gegenüber quasi tot, und fragt dann nach gefühlten Stunden vielleicht mal nach „Und? Wie geht’s dir so?“, dann ziehe ich in der Regel binnen kurzem konsequent einen Schlussstrich unter diese Freundschaft, Bekanntschaft, was auch immer…

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    1. Guten Morgen liebe Martha, nachdem ich Deine Zeilen fertig gelesen habe, musste ich kurz auflachen und mein Mann fragte aus dem Hintergrund: „Was ist los?“
      Ich stimme Dir ja so, so, so sehr zu und ich glaube, wir alle kennen solche Situationen. Wenn man danach diesen unerquicklichen Ort verlässt, dann fühlt man sich häufig wie ausgequetscht und leergesogen. Mich überkommt dann häufig eine unerklärliche Unruhe. Es gibt halt diese Kommunikation, die einen beflügelt und jene, die einen irgendwie erschwert, als hätte jemand einen großen Brocken auf einen drauf gepackt.
      Für Dich einen zauberhaften Tag. Hier scheint heute wieder die Sonne.
      Herzliche Grüße, das Licht

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      1. Hab du auch einen guten Tag!
        Hier ist’s auch schon sonnig und mild. War schon beim Arzt, Spazieren und Einkaufen, obwohl ich eigentlich ein Morgenmuffel bin. 😉
        Mir dröhnt nach jeder Begegnung mit solchen Dauersülzern stets ganz furchtbar der Schädel, und es braucht Stunden, bis ich wieder einen klaren Gedanken fassen kann. 😉
        Aber zum Glück gibt es auch andere Mitmenschen, mit denen man ganz wunderbare Gespräche führen kann. Die muss man nicht einmal gut kennen. Das schönste Gespräch seit langem führte ich vor etwa zwei Wochen mit einem Fotografen, dem ich bis dahin überhaupt noch nie begegnet war…

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    1. Was soll ich dazu noch schreiben … da habe ich mir allerdings ein gutes „Patent“ angewöhnt … ich stelle die Ohren einfach auf Durchzug – so ungefähr. Klappt nicht immer, aber immer häufiger.
      Genieße die Sonne, liebe Monika.

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        1. Oh, da bist Du mir ja um Längen voraus! Ich habe meine Nase heute erst ein paar Mal raus auf den Balkon gestreckt. Irgendwie bin ich fast den ganzen Tag nicht vom Laptop weggekommen. Aber wenn es doch etwas zu arbeiten gibt. Vielleicht schaffe ich es gleich noch mal, für eine Runde vor die Tür zu gehen. Sonst könnte ich auch die Rudermaschine mal in Schwung bringen …
          Schön, dass Dir meine Technik gefällt – und ja, manchmal ist es einfach gut, auf Durchzug zu schalten, wenn man sich selbst schonen will 😉

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          1. Heute will ich meinem Körper auch dringend und unbedingt Bewegung und frische Luft verschaffen! Das habe ich mir fest vorgenommen … und da ich es jetzt hier aufschreibe, ist es so ein bisschen, wie ein Versprechen… 😉

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          2. Was freue ich mich auf die Gartenarbeit! Auf’s Rasenmähen … Das mit der Rudermaschine habe ich schon hinter mir. Jetzt geht’s noch einmal raus. Dir und Deinem Mann noch einen schönen Nachmittag. 🙂

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  4. Ja, da hätt ich am liebsten nach jedem deiner sinngemäßen Absätze etwas dazu gesagt, aber da ich leider auch unter Zeitdruck stehe, nur soviel: „Kommunikation ist wirklich ein weites Feld und sie läuft de facto in der Regel eher nonverbal ab, auch wenn viele Worte gewechselt werden und wenn man emotional offen ist und über ein wenig Empathie verfügt, spürt man nach kurzer Zeit, auf welcher Beziehungsebene man sich mit dem Gegenüber befindet.

    Manche Menschen fühlen sich sofort vertraut, andere bleiben einem immer fremd. Der Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut und Philosoph Paul Watzlawick hat das in seinen Büchern oft auf den Punkt gebracht, aber wer offenen Auges durch die Welt geht, der lernt dies auch intuitiv. Man hat einen Instinkt für gewisse Dinge, wenn man nicht alles nur dem Verstand überlässt. Emotionale Intelligenz ist das Zauberwort: Erstmal in die Seele hören, was die sagt und dann dazu noch das Hirn einschalten zur Überprüfung.

    Ich könnt darüber noch stundenlang schreiben, aber dein Text enthält ja alles schon in Kurzform. Am besten kennen sich Pantomimen übrigens mit der wortlosen Kommunikation aus. Samy Molcho hat ihr gute Bücher drüber geschrieben. Aber ich möchte nicht ständig auf Bücher rekurrieren: Das Leben ist da draußen und zeigt uns mehr als jedes Buch, nonverbal, aber realistisch.

    Schönen Sonnentag dir und deinen Lieben, Sven 🙂

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  5. „Was nützen mir meine emotionale Offenheit und Empathie, wenn mir mein Gegenüber nicht behagt?“

    Das ist es doch zum Beispiel auch gerade, was uns emotionale Offenheit und Empatie auch und gerade gefühlsmäßig sagt: Woher sonst hättest du eine Abneigung oder gar eine Aversion gegen eine andere Person, wenn nicht durch deine Emotionen?

    Wärst du gefühlsblind, würdest du die Antipathie gar nicht emotional spüren. Ja, das gehört zur seelischen Öffnung dazu, dass man negative Schwinungen fühlt und das Unkompatible zu einer Person spürt. Es gibt immer Menschen, da passt es einfach nicht. Vollkommen normal. Einfach abbrechen den Kontakt. Fertig. Schluss. Aus. Keine Antwort mehr geben.

    LG Sven 🙂

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  6. Die Pflanzen finde ich ein gutes Beispiel. Wir wissen noch viel zu wenig darüber, wie diese miteinander kommunizieren, aber es findet hauptsächlich wohl auf der Ebene eines chemischen Austausches statt – und die können dabei ganz schön giftig werden! – und die Pflänzchen wissen alsbald, ist das ein Konkurrent oder jemand der mich ergänzen kann oder, wie so oft, etwas dazwischen, wohl gar ein Geschwister, das einerseits um Raum und Nahrung konkurriert, andererseits mit mir dafür sorgt, dass hier das uns passable Mikroklima und Ökosystem etabliert wird. Und auch in der Tierwelt gehts auf dieser Ebene weiter, Pheromone überall – und wenn sich zwei Menschen nicht riechen können, dann ist das eben so. Allerdings bekommen wir das in unserer technisierten Welt gar nicht mehr überall mit, es wird mit ständigem Waschen und künstlichen Düften gearbeitet, aber noch mehr – wie hier – findet gar keine persönliche Begegnung statt!
    Wir Kulturwesen sind schon eigenartig, wir können sogar Freude haben mit denen wir unter Umständen biologisch gar nicht kompatibel sind. Und Feinde, die vielleicht genau die richtige komlementäre Genausstattung hätten…
    Jedenfalls bin ich hoffnungsfroh, dass es unter den paar Milliarden ein paar gibt, mit denen man kann. Oder könnte.

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    1. Ich hatte eine Reportage gesehen, in der sie erzählten, dass die alten Bäume über das Wurzelwerk miteinander kommunizieren würden. Wenn dann der Mensch diese Verbindungen kappt, weil er ganze Flächen rodet oder alte Bäume herausnimmt, dann können diese Verbindungen unterbrochen werden und die Krankheiten nehmen zu, weil die Warnungen untereinander ausbleiben.

      Was den Menschen angeht; da teile ich das hoffnungsfrohe sein. Und schlussendlich gibt es ja doch noch so einige persönliche Begegnungen.

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