Zerstreute und verstreute Gedanken

Heute ist ein seltsamer Tag. Als ich in den frühen Morgenstunden aufwache, irgendwann zwischen noch Dunkelheit und schon Dämmerung, eine Zeitspanne, in der nur wenige Vögel den Tag begrüßen, spuken tausende von Gedanken und innere Bilder durch meinen Kopf und zermartern den Teil meines Körpers, in dem ich die meisten Gefühle wahrnehme. Ich schlafe nicht mehr ein und wälze mich nur noch hin und her.

Später, nach dem Frühstück, schreibe ich stundenlang auf, was ich versuche zu einem Bild zusammenzutragen, es gelingt mir aber nicht. Ich höre irgendwann damit auf.

Während ich dann am Herd stehe und die Bratkartoffeln wende, schießen mir neue Einfälle durch den Kopf und ich will sie sofort aufschreiben, während mein Mann die Forellen von den Gräten befreit.

Ich will jetzt nicht mehr sortieren, denn das gelingt mir sowieso nicht. Es ist ein schöner Gedanke da. Der Gedanke an Pellworm, der noch so wach ist, nachdem ich mich ein paar Tage lang daran erinnerte, um hier die Beiträge zu schreiben. Doch vielleicht trägt gerade das Konträre – zwischen Pellworm und dem, was ich damit verbinde und dem, was ich in dem sehe, was sonst so auf der Welt geschieht – dazu bei, dass ich mich im Kopf wie zerstückelt fühle. Es will sich einfach nicht mehr zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenfügen lassen.

Das Leben könnte so einfach und auch schön sein. Wir könnten uns das Paradies auf Erden holen. Doch der Mensch scheint dafür nicht das geeignete Wesen zu sein. Er erinnert mich an einen Parasiten, der gerade dabei ist, seinem Wirt den letzten Todesstoß zu versetzen, bevor er ihn in die ewigen Jagdgründe schubst. Als hätte der Mensch einen nächsten Wirt parat. Das alles stimmt mich traurig und nachdenklich und heute Morgen tauchten all die aktuellen Bilder auf, wie in einer Bildergalerie.

Da war Pellworm, da war die Coronakrise und wie die Menschen damit umgehen – die Politiker, die Medien, die Virologen, die Prominenten, das Volk, die Andersdenkenden und wie man wiederrum mit ihnen umgeht – den Andersdenkenden. Darf eine andere Meinung noch sein? Ich bin mir da nicht so sicher. Dann sah ich plötzlich China im Vergleich mit dem Buch 1984 von Orwell und dachte; das Buch ist ein Schmusekurs gegenüber dem, was in China passiert. Auch das 5G-Netz fand in meinen Gedanken seinen Platz und die Tatsache, dass unsere Telefonunternehmen schon fleißig dabei sind, diese mit der chinesischen Technnologie von Huawei flächendeckend zu installieren, unabhängig davon, dass man noch keine Einigung darüber gefunden hat, ob die Chinesen darüber Spionage betreiben können oder nicht. Mit dem Gedanken folgte gleich der nächste. Wieso Konzerne und Unternehmen in China produzieren lassen, obwohl sie deren Politik kennen und den Wunsch, Weltherrschaft zu erlangen und mit der Seidenstraße schon mal den Anfang legen. Da ich kein Politologe bin, fand ich auch keine für mich sinnvolle Antwort, darauf, wieso die westlichen Politiker noch immer mit so viel Freundlichkeit und Diplomatie auf diktatorische und autokratische Führungsstile reagieren und sogar Verhandlungen führen. In welche Abhängigkeiten haben wir uns hineinmanövriert? Ist die Globalisierung wirklich eine so gute Idee gewesen? Dann fallen mir Begriffe ein wie; Palmfett, Rodung der Wälder, Flächenbrände, Glyphosat, Schreddern von männlichen Küken, Fracking, Elektroautos, Massentierhaltung, Windkrafträder, Sondermüll, WDVS-Dämmmaterial, Plastikmüll, sterbende Artenvielfalt, Überfischung, Asylanten, Flüchtlinge, Kriege, Glaubensrichtungen, Ritualmorde, Klimawandel, schmelzende Pole, schmelzende Gletscher, Atomwaffen, Atomraketen, Atommüll, Chemische Waffen, Wasserknappheit (zumindest sauberes, trinkbares Wasser) und mehr als  sieben Milliarden Menschen, die sich nicht weiterhin so vermehren, werden, wie in den vergangenen fünfzig Jahren, sondern wesentlich schneller.

Was passiert, wenn das mit dem Virus vorbei ist? Wann kann es vorbei sein? Wenn genug infiziert waren? Also 70 Prozent der Bevölkerung? Wenn sich alle impfen lassen? Und wenn nicht? Wann sollte das denn sein? Muss so ein Impfstoff nicht erst noch getestet und geprüft werden? Welche Inhaltsstoffe hat so ein Impfstoff? Angenommen es stimmt, was uns erzählt wird, wann könnte gesagt werden: „Wir sind soweit?“

In fünf Jahren?  Ja, ich weiß, man erzählt uns, sie seien Ende des Jahres schon soweit. Mal ehrlich, inwieweit soll der Impfstoff denn dann auf seine Unbedenklichkeit geprüft worden sein? Wer bitteschön lässt sich zu dem Zeitpunkt freiwillig impfen? Wird es also zu Zwangsimpfungen kommen?

Und was machen wir bis dahin? Mit beispielsweise Arenen, den großen Konzertsälen, Theatern, Kinos, Festivals, Zirkusse, Messen, Zügen und Bussen, Flugzeugen, Hörsälen in Universitäten, Karneval, Jahrmärkten, Schwimmbädern, Turnhallen, Kantinen etc. Müssten die alle nicht eigentlich solange geschlossen bleiben?

Ich meine, in Restaurants und Cafés könnte man eine Abstandsregelung einführen. So wie es auch mal für ein paar Tage lang vorgesehen war. Nur noch die Hälfte der Tische. Muss das dann auch in den oben genannten „Räumen“ praktiziert werden und ist das überhaupt möglich? Vielleicht, doch kann das überhaupt finanziert werden? Oder kostet dann eine Karte das Doppelte?

Wie will man das langfristig regeln? Kommt Corona wieder? Oder vielleicht ein anderes Virus? Der Mensch wird generell nicht lernen. Er wird weitermachen. Und wenn nicht alle, dann doch genug. Angenommen in fünf Jahren sind wir zehn Milliarden Menschen, dann wird es immer voller überall, immer „globaler“ und die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie immer größer. Selbst, wenn wir Corona „in den Griff“ bekommen, dann wird es halt einen neuen Virus geben, der sich dann noch schneller verbreitet, weil halt immer mehr Menschen, immer enger zusammenrücken müssen.

Eine Impfung von Corona mag das eine sein, ihre Umsetzung eine andere, doch einen neuen Virus wird man dadurch nicht verhindern können und der kommt, da bin ich mir auch als Nicht-Virologin ziemlich sicher.

Heute mal nachdenkliche Grüße, das Licht

©️ Kaya Licht

P.S.: Ergänzung zu den Begriffen: Zucker, Zuckerersatzstoffe, Fruktose, Zuckerart aus Mais, Fertigprodukte bei den Lebensmitteln, Zusatzstoffe in den Lebensmitteln, Farbstoffe, krebserregende zugelassene Zusatzstoffe, gepanschte Lebensmittel, „verlängerte“ Lebensmittel, nicht ausreichend ausgezeichnete Lebensmittel bezüglich ihrer Inhalte, Chemie in der Kleidung, immer mehr Polyesterfasern und andere künstliche Stoffe, anstelle von natürliche Materialien, Verbrauch von Rohstoffen, befestigte Flächen, Umweltverschmutzung, Luftverschmutzung, Gewässerverseuchung, Flussbegradigungen, Staudämme bauen (dafür ganze Landstriche unter Wasser setzen), Lebensraum zerstören, Boden vergiften, Pestizide, (fallen mir noch mehr ein, werde ich die auch ergänzen)

14 Comments

  1. Der einzige, der dich beruhigen könnte, ist „der da Oben, wenn’s ihn denn gibt“. Kein Mensch wird in der Lage sein, die gesamten Probleme auf der Welt zu lösen. Dazu reicht ein Leben gar nicht. Es war aber bei uns in Deutschland auch alles noch viel schlimmer, als heute. Deine Eltern oder Grosseltern haben mindestens einen Weltkrieg erlebt. Im Gegensatz zu denen leben wir immer noch in einer Art Schlaraffenland. Es ist so ein bisschen, wie im Sport: wer nicht gelernt hat zu verlieren, kann auch nicht gewinnen. Und gerade ihr seit d

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    1. Ja, ich weiß … und ich danke Dir. Das war heute einfach mal da. Morgen ist ein neuer Tag … und nachdem ich das mal losgeworden bin, geht’s auch wieder, wenn auch die Themen nicht vom Tisch sind. Aber es fühlt sich inzwischen wieder besser an.
      Deine Worte tun gut. 🙂

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      1. War ja auch gut gemeint. Und bei aller Christenliebe oder evtl. Berufung zu sozialem Engagement: Du und Family First! Deine Ausstrahlung bestimmt dein Umfeld. Also morgen früh: lächelnd den neuen Tag begrüßen! ☀️☀️☀️

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  2. Klimawandel, Corona oder etwas anderes, die Natur wird einen Weg finden die Anzahl der auf der Erde lebenden Menschen wieder kleiner zu bekommen 🤔
    Härter als den Westen wird es aber wieder die 3. Welt treffen.
    Und Kopf hoch – glaub mir – so einfach stirbt keiner in Deutschland. Ich spreche da aus Erfahrung 😎

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    1. Ich danke Dir, es war einfach mein Tagesimpuls. Nicht jeden Tag scheint in meinem Gemüt die Sonne. Gestern war es einfach mal ziemlich stürmisch und wüst. Das sind die Tage, an denen ich es nicht hinbekomme, meine Gedanken im Zaum zu halten. Dann spielen sie mächtig viele Streiche und treiben Schabernack. Das geht aber zum Glück immer wieder ziemlich schnell vorbei.

      Vielen Dank für Deine lieben Worte.

      Herzliche Grüße, das Licht

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        1. Danke liebe Monika,
          heute sind die dunklen Gedanken und der Durchhänger auch schon wieder verschwunden.
          Doch irgendwie gehört es doch zum Leben auch dazu. Mir tut es dann gut, es aufzuschreiben.
          Dir einen zauberhaften Tag.
          Herzliche Grüße, das Licht

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  3. Hallo! Du: „Das Leben könnte so einfach und auch schön sein. Wir könnten uns das Paradies auf Erden holen.“ Hoch gegriffen kann das für 20 % der Weltbevölkerung zutreffen – und für Europa eher als für Afrika, Asien und Amerika.
    Und in Europa zählt ja Deutschland im Gegensatz zu Italien, Spanien und anderen Ländern auch zu den wohlhabendsten Ländern – also aus Deutschland schaffen es mehr Menschen, sich das Paradies auf Erden zu holen.
    Mich bringen Nachrichten mit Meldungen aus den Flüchtlingslagern und Berichte zu Bootsüberführungen an den Rand des Wahnsinns. Ich kann es nicht verstehen, dass der Reichtum und das gute Leben so ungerecht auf der Welt verteilt sind. Warum läuft bei den einen sauberes Wasser aus der Leitung, dass sie für alles mögliche „verplempern“ und andere müssen kilometerweit mit einem Eimer laufen, um wenigstens etwas Wasser zu bekommen.
    An Hilfsorganisationen zu spenden, ist zwar ein Weg, aber dennoch nicht befriedigend. – Doch einen Einsatz im Ausland werde ich nicht mehr machen können – das hätte ich vielleicht in jungen Jahren gemacht, wenn ich nicht in der DDR gelebt hätte.
    Gute Nacht!

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    1. Du siehst, wenn man gräbt und schaut, dann macht man immer weitere Dinge sichtbar oder spült sie an die Oberfläche.
      Ich glaube übrigens nicht, dass es hochgegriffen ist, das Paradies auf Erden zu holen. Es käme auf eine neue Sichtweise an und auch nach dieser zu leben – für alle Menschen. Dabei gäbe es natürlich eine Menge zu berücksichtigen und zu bedenken. Auch Regeln wären notwendig, an die sich allerdings ALLE halten müssten. Doch das wird es halt nicht geben, weil es immer wieder Menschen gibt, die das eine und die anderen das andere nicht bereit sind zu tun oder eben auch nicht zu tun.
      Gestern hatte ich einfach mal keinen Höhenflug, sondern einen Durchhänger. Manchmal, da werfe ich einen Blick auf diese Welt und es erscheint mir alles hoffnungslos und traurig und ja, auch gruselig. Was der Mensch aus dem Wunder Erde macht und dann zu wissen, was er daraus machen könnte…
      In diesem Sinne, einen zauberhaften Tag für Dich, heute noch einmal mit viel Sonnenschein.
      Herzliche Grüße, das Licht

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      1. Hallo Licht, Du: „Ich glaube übrigens nicht, dass es hochgegriffen ist, das Paradies auf Erden zu holen. Es käme auf eine neue Sichtweise an und auch nach dieser zu leben – für alle Menschen. “
        Vielleicht bin ich pessimistischer als du, vielleicht aber auch einfach realistisch. Wie sollen sich Leute aus (indischen) Slums, aus syrischen Kriegsgebieten und aus wahnsinnig überfüllten Flüchtlingslagern je das Paradies auf die Erde holen. Und wenn es wirklich Verbesserungen gibt, dann kommen die von einer Fremdmacht. – Es gibt ja in Europa kaum ein anderes Land als Deutschland, wo so viel Geld unter wenigen Leuten ist. Ich glaube, dass jeder Obdachlose auch mit dem Himmel auf Erden so seine Schwierigkeiten hat. Und nicht jeder ist selbstverschuldet in solch eine Situation geraten.
        Das fiel mir so bei deiner Antwort ein.
        Ein Abendgruß kommt aus Berlin

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        1. Natürlich können sich die Menschen aus indischen Slums oder Obdachlose nicht von alleine aus der Misere holen und auch andere Länder in Europa nicht, es wäre halt ein „weltweites Projekt“ und eine grundlegende Veränderung in der Denk- und Vorgehensweise.
          Ich dachte dabei auch nicht an realistisch oder idealistisch. Es ging mir dabei einfach um die Möglichkeiten, die wir hätten, wenn der Mensch generell mal auf Krieg, Macht, Gier und dergleichen verzichten würde. Wenn nicht Geld und Wirtschaft an erster Stelle stünde, sondern die Natur, die Lebewesen, der Mensch usw.
          Sicher, es ist ein sehr komplexes und kompaktes Thema, doch der Mensch in seiner Gesamtheit wäre in der Lage, einiges gravierend und für alle Menschen auf diesem Planeten zum positiven zu verändern – es wird nur nie passieren, weil der Mensch ist wie er ist.
          Ein Abendgruß aus Schleswig-Holstein zurück.

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