Die Zeit – Freund oder Feind?

Heute antwortete ich auf einen Kommentar, der auf einen meiner Kommentare geschrieben wurde, mit dem ich auf einen Beitrag reagierte, in dem es sich um das Thema „Zeit“ drehte.

Während ich diesen ersten Kommentar, schon vor ein paar Tagen, formulierte, fiel mir ganz spontan der Satz

>> Wir leben aus der Zeit heraus in die Zeit hinein. <<

ein, den die Kommentierende meines Kommentars jetzt noch einmal lobend hervorhob und damit schlussendlich auslöste, noch einmal näher über das Thema „Zeit“ nachzudenken.

Was für ein Satz ist mir da eigentlich aus meinem Kopf heraus, direkt vor die Füße geplumpst, sodass ich ihn nur noch aufzuheben brauchte und aufzuschreiben?

Er fühlte sich, während ich ihn aufschrieb, ganz logisch und schlüssig an und selbst jetzt, wo ich ihn noch einmal herauskramte, um ihn hier festzuhalten, finde ich nichts, was daran nicht stimmig sein könnte.

Was ist denn schon die Zeit? Die Zeit ist doch irgendwie überall. Egal welches Thema wir anschneiden, womit wir uns auch beschäftigen, wovon wir durchdrungen sind oder werden, die Zeit, die ist überall dabei.

Wir können der Zeit weder entkommen, noch entrinnen. Wohin wir auch flüchten, was wir auch unternehmen, sie ist immer da. Sie ist schon da, wenn wir ankommen, sie ist da, wenn wir fliehen, sie ist wirklich überall und dass bereits vor uns, nach uns, neben uns, vor uns, hinter uns, über uns, unter uns. Sie ist überall und das zu jedem Zeitpunkt.

Die Zeit ist gestern, heute, und morgen – sie ist hier, jetzt und immerdar. Sie ist an jedem Ort Sie ist zu jeder Zeit. Man kann sich nicht vor ihr verstecken. Man kann sie auch nicht nach Belieben zeitlich verändern.

Vielleicht gibt es Menschen, die durch die Zeit reisen können. Vielleicht existieren sogar Paralleluniversen und Parallelwelten. Es wird soviel erzählt und auch soviel geschrieben. Vielleicht sind ein paar Menschen sogar in der Lage, die Zeit zu manipulieren oder zu verrücken. Das kann ich mir nur schwerlich vorstellen.

Es gibt diesen Film „Butterfly“ – oder „Zurück in die Zukunft“ – in dem ein junger Mann versucht, den Ablauf der Geschehnisse rückwirkend zu verändern. Er reist also zurück zu bestimmten Zeit-Punkten in der Vergangenheit und verändert etwas im Verlauf, so dass die Jahre danach anders verlaufen, als die vorherige Version. Nun stellt euch mal vor, über so eine Fähigkeit würden mehrere Menschen gleichzeitig verfügen und jeder von denen hätte eine andere Vorstellung von dem, wie er es gerngehabt hätte – na, wenn dann nicht ein wildes Chaos ausbrechen würde. Und was wäre mit den anderen Menschen? Wir würden vermutlich alle an irgendwelchen Wahnvorstellungen und Psychosen leiden, weil unser Unterbewusstsein und die Seelen so viele unterschiedliche Versionen zum selben Ereignis abspeichern würden.

Doch darüber wollte ich ja gar nicht schreiben. Es ging um die Zeit.

Hat die Zeit einen Charakter? Eine Seele? Ist es ein Wesen mit Gefühlen? Was genau ist die Zeit, außer der Tatsache, dass sie überall gegenwärtig ist, egal wo und wann und wie. Sie i-s-t immer da.

Wir schimpfen oft über die Zeit, wenn wir das Gefühl haben, zu wenig von ihr zur Verfügung zu haben. Wir hetzten durch die Zeit. Wir verschenken unsere Lebenszeit. Wir vertrödeln die Zeit. Wir verlieren uns in der Zeit. Wir verkaufen unsere Zeit. Manchmal genießen wir die Zeit, manchmal wünschen wir, sie würde noch schneller vorbeigehen. Ja, wenn uns etwas nicht gefällt, dann erscheint die Zeit in unserer Wahrnehmung sich besonders viel Zeit zu lassen, denn sie will einfach nicht vergehen.

Nun ja, so genau definieren, was die Zeit, außer einer Aneinander-Kettung von Sekunden, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten, Jahren, Jahrzehnten, Jahrtausenden…?

Das steht in Wikipedia

>> Die Zeit ist eine physikalische Größe. Das allgemein übliche Formelzeichen der Zeit ist t, ihre SI-Einheit ist die Sekunde  s. Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat also eine eindeutige, unumkehrbare Richtung. Mit Hilfe der physikalischen Prinzipien der Thermodynamik  kann diese Richtung als Zunahme der Entropie , d. h. der Unordnung in einem abgeschlossenen System, bestimmt werden. Aus einer philosophischen Perspektive beschreibt die Zeit das Fortschreiten der  Gegenwart  von der  Vergangenheit kommend und zur Zukunft hinführend. Nach der Relativitätstheorie  bildet die Zeit mit dem Raum eine vierdimensionale Raumzeit, in der die Zeit die Rolle einer Dimension  einnimmt. Dabei ist der Begriff der Gegenwart nur in einem einzigen Punkt definierbar, während andere Punkte der Raumzeit, die weder in der Vergangenheit noch der Zukunft dieses Punkts liegen, als „ raumartig getrennt“ von diesem Punkt bezeichnet werden. <<

https://de.wikipedia.org/wiki/Zeit

Sachlich, kurz und knapp. Doch ist es das, was ich meinte? Oder ist Zeit doch nur das, was uns die Physik erklärt und alles andere sind wilde Hirngespinste und Fantasien in unseren Köpfen? Was machen wir aus der Zeit oder was haben wir aus ihr gemacht?

Nun, in anderen Büchern las ich, es existiert keine Zeitlinie oder eine Zeit, die war, ist und kommen wird. Es heißt dort, dass alles genau jetzt schon da ist. Die Zeit läuft nicht von links nach rechts, sondern praktisch in einer vertikalen Linie, auf der alles gleichzeitig vorhanden ist. Wir können praktisch in die Zukunft reisen, unser zukünftiges Ich befragen und wieder hierher zurückkehren. Sicher nicht physisch, sondern in einer Form von Mediation und wer richtig gut ist, der kann das auch mal kurz so zwischendurch machen. Ist halt eine Übungssache. Um ehrlich zu sein, konnte ich das bisher noch nicht so nachvollziehen und verstehen, um es mir selbst greifbar zu machen.

Was ich begriffen habe, dass ich die Vergangenheit mit meiner Vorstellungskraft verändern kann. Natürlich bleibt eine Trennung eine Trennung, doch wie ich für das zukünftige Leben darüber denke, kann mein ganzes Leben verändern.

Doch an dieser Stelle höre ich zu diesem Zeit-Punkt auf, einfach, weil es den zeit-lichen Rahmen sprengen würde und ich schluss-endlich von einem Thema ins nächste rutschen würde und dafür fehlt mir gerade schlichtweg die Zeit.

Herzliche Grüße für Euch, das Licht

(c) Kaya Licht

7 Comments

    1. Hm, das mit dem Alter stimmt irgendwie. Vor ein paar Jahrzehnten, da hatte man das Gefühl, es würde noch ewig so weiter gehen. Das ist ein Gefühl, was immer mehr schwindet.
      Für Dich einen herrlichen Sonntag, das Licht

      Gefällt 1 Person

  1. Na ja, es soll schwarze Löcher im Weltall geben, die alles in sich aufsaugen und auch die Zeit verbiegen. Aber kennst du den Film „Donnie Darko“? Donnie Darko hat überirdische Gaben und leidet unter pubertäre Schwierigkeiten. Er verliebt sich unsterblich und erlebt eine Zeit der Schönheit und Harmonie mit seiner Geliebten. Dann stirbt seine Freundin und Donnie hat die Gabe, die Zeit zurückzudrehen. Sie wird dann wieder leben, aber sich nicht mehr an ihn erinnern. Donnie dreht die Zeit zurück und trifft seine ehemals Geliebte, aber sie geht an ihm wortlos vorbei. Die Erinnerung an die Liebe war in ihr gelöscht. Donnie Darko hatte seine Liebe geopfert damit die Frau lebt. Auch auf die Kosten, dass alles für immer vorbei ist. Das berührt mich sehr .. LG PP

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  2. Ja, Donnie Darko ist gut. Allerdings darf man auch hier das Hasenkostüm nicht vergessen! – Zeit? Zeit ist kein Feind und kein Freund, so wenig wie Schwerkraft oder irgend etwas Anderes. Die Zeit läuft, wenn auch etwas relativ und gelegentlich stolpernd (wir wissen ja, dass Langeweile und schwarze Löcher – das Gleiche? – sie dehnen können) zeitstrahlmäßig voran, auch wenn sie sich vielleicht gemäß den Physikern eines Tages umkehrt. Vergeht sie, wird Zukunft zu Vergangenheit und wir versuchen sie als Gegenwart festzuhalten, was nicht klappen kann. Manchmal wünscht man sich mehr Zeit, manchmal, dass sie schnell mit den Ereignissen schwindet – der Zeit ist das nicht egal, vielmehr bemerkt sie dies und uns gar nicht. Natürlich steht für jeden ein Zeitende, man nennt es Tod. Aber auch dies ist nicht für sich Freund oder Feind. Es gelten halt die üblichen Dinge, die unveränderlichen, zumindest mit Menschenkraft nicht veränderlichen… immer wieder enttäuschend, aber wir beherrschen die Welt nicht, sondern diese uns.

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    1. Donnie Darko ist mir immer noch kein Bekannter, von daher auch nicht das Hasenkostüm.

      Sicher ist die Zeit kein Freund oder kein Feind. Vermutlich kann sie es noch nicht einmal sein. Trotzdem fühle ich manchmal etwas anderes – und wenn es auch noch so unsinnig ist. Dann schimpfe ich auf die Zeit oder freue mich, dass sie gar nicht so schnell verflogen ist, wie ich es vermutet habe. Ich empfinde auch Dankbarkeit, wenn ich mehr Zeit zur Verfügung habe, als ich ursprünglich dachte, was der Zeit ganz bestimmt egal ist.

      Deine Ausführungen über die Zeit finde ich auch hochinteressant.

      Vielen lieben Dank, dass Du hier in meinem Blog einen Kommentar hinterlassen hast. Dir noch ein schönes Wochenende.

      Herzliche Grüße, das Licht

      Gefällt 1 Person

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