Wäre doch alles nur ein böser Traum

Was passiert hier eigentlich gerade? Ist es echt? Ist es wahr? Mir erscheint es so unwirklich. Wie ein Traum, aus dem ich gleich erwache und erleichtert feststelle, dass ich nur träumte. Allerdings erklärte mir meine innere Stimme heute Morgen, dass es kein Traum gewesen ist.

Wie gern würde ich wieder andere Dinge träumen. Träume von einer verheißungsvollen und vielversprechenden Zukunft. Einem Leben voller Leichtigkeit, Freude und Freiheit. Ein Miteinander voller Ehrlichkeit, Offenheit und Nähe. Mich mit anderen lieben Menschen treffen, quatschen bis die Sonne untergeht und dazu herzlich lachen. Vermutlich wäre aber auch schon ein Stück Normalität zurück ganz praktisch. Irgendwie von einem Leben voller Möglichkeiten. Pläne schmieden und auch umsetzen können.

Mir macht dieser Ausnahmezustand nicht wirklich etwas aus, auch wenn es gerade anders klang, als ich von meinen Wünschen schrieb. Was mich jedoch stört, ist die Ungewissheit und dieses Gefühl, nichts aktiv daran ändern zu können. Ich fühle mich ein Stück ausgeliefert – und das löst ein tiefes Unbehagen in mir aus. Es ist so eine Mischung aus Beklemmung und Bedrückung. Würde ich wissen, wann es vorbei ist, dann hätte ich etwas, auf was ich mich einstellen könnte. So, wie es jetzt ist, schwebe ich irgendwie in einer Leere, einem Nichts, in einem Raum ohne Wahlmöglichkeiten. Ich fühle mich gefangen und weiß nicht wie und wo. Ich würde mich auch besser fühlen, wenn ich mich nicht so ein Misstrauen bezüglich der Berichterstattung beschleichen würde und auch bei den Maßnahmen und Verboten, die man großzügig austeilt – und ganz nach Belieben wieder verändert und „anpasst“. Ich finde das suspekt. So viele andere Themen werden momentan einfach ausgeblendet und die Moderatoren im Radio sprechen darüber mit diesem Singsang und einem Lachen in der Stimme.

Obwohl es mir gut geht und ich nichts auszustehen habe, obwohl ich dieses ganze Thema über die Corona-Krise nur aus der Ferne – wie durch Nebelschleier – mitbekomme und höchstens beim Einkaufen damit konfrontiert werde, was ich inzwischen sowieso auf ein absolutes Minimum reduziert habe, fällt es mir immer schwerer, gelassen damit umzugehen. Es stimmt mich traurig, wenn ich höre, wie Menschen darunter zu leiden haben. Ganze Existenzen wegbrechen. Träume zerplatzen. Ängste sich ausbreiten. Menschen schwer krankwerden und andere sterben. Zweifel machen sich aber auch breit. Ist es gut, wie damit umgegangen wird? Ist es wirklich der einzige Weg? Wo ist eigentlich die Grippe geblieben oder die anderen totbringenden Krankheiten? Haben die sich aktuell aufgelöst? Sind alle anderen Probleme, wie Klimaschutz, Asylanten, gesetzliche Rente, … weggeblasen?

Ich bin weder Arzt noch Apotheker und auch kein Heilpraktiker oder Prophet. Ich bin auch kein Wissenschaftler und kein Journalist. Ich sammle halt nur Informationen ein, die mir durch die öffentlichen Medien, wie Fernsehen, Radio, Zeitungen und Internet zur Verfügung gestellt werden. Manchmal bekomme ich von einem befreundeten Arzt Hinweise zugetragen, die das Ganze in ein vollkommen anderes Licht rücken. Manchmal entdecke ich auch Mitteilungen im Internet, die von den üblichen abweichen. Mein Kopf ist voller Fragezeichen, weshalb ich vor einigen Tagen schlichtweg aufhörte, mich mit dieser Flut an Berichten und Auskünften befüllen zu lassen. Es ergibt sich kein Bild für mich, was wirklich passt und schlüssig ist. Mir fehlt der Sinn, der dahintersteckt.

Was könnte ich auch tun? Hätte ich Möglichkeiten, etwas zu verändern? Ja, ich halte mich an die „Regeln“. Ich wahre den Abstand. Ich besuche nicht meine Eltern – obwohl mein Vater beinahe gestorben wäre (nicht an Corona) – und auch nicht den Rest der Familie. Wir fahren auch nicht nach Nordfriesland, so wie es eigentlich für die Ostertage geplant war. Mit unserem Wohnwagen spazieren fahren. Am Strand entlanggehen, sich den Wind um die Ohren pusten lassen, das Gesicht der Sonne entgegenstrecken. Gut essen gehen. Leckere Torte im Café meiner Freundin zu einem köstlichen Kaffee genießen. Vielleicht sogar draußen sitzen, sich nett unterhalten. Das alles lasse ich sein. Ich bleibe brav zu Hause, ich gehe zusammen mit meinem Mann spazieren, dort, wo man kaum auf andere Menschen trifft, ich sitze auf dem Balkon in der Sonne und trinke hier Tee oder Kaffee. Statt jemanden zu besuchen, telefoniere oder schreibe ich. Ich handle konform, auch wenn ich mir wünsche, mich anders verhalten zu können. Einfach wieder verrückt sein, ein leckeres Eis in einer Eisdiele, ein Bummeln durch eine bunte Straße. Kissenschlachten, herumtoben, sich rangeln und reiben.

Als ich diesen Blog anfing, Ende Februar, glaube ich, war mein Plan Nordfriesland in den Mittelpunkt zu stellen. Ich wollte über Orte berichten, Erlebnisse kundtun, Menschen vorstellen, in Restaurants und Cafés entführen und Sehenswürdigkeiten besuchen und darüber erzählen. Dann war geplant, dass ich schon Ende März nach Nordfriesland ziehe. Die meiste Zeit dort sein, meiner Freundin im Café helfen, zur Bauzeit vor Ort sein und in meiner freien Zeit schon mal die Gegen erkunden, Kontakte knüpfen und meinen Blog füllen.

Dann kam Corona und durchquerte meine Pläne und auch wenn ich es eigentlich nicht will und nicht wollte, nimmt sie doch eine Menge Raum ein, was wahrscheinlich daran liegt, dass die meisten von uns kaum noch etwas anderes erleben – auch ich nicht.

Ich schrieb diese Zeilen, weil ich heute in mir unbekannten Blogs stöberte und einen Beitrag entdeckte, in dem eine Bloggerin schrieb, wie sie dieser Corona-Krise aktuell erlebt und wie sie doch darunter auch litt und sich eine Veränderung in die Normalität wünschte. Dieser Beitrag hatte mich tief berührt und irgendetwas in mir ausgelöst, dass ich nun doch noch einmal dieses Thema aufgreife, obwohl ich das nicht mehr wollte und andere auch bereits gelöscht hatte, eben, weil ich über mein Thema, die Nordsee, hier in diesem Blog schreiben wollte.

Doch alles andere, außer die Nordsee, einfach auszublenden, das bin dann wohl doch nicht ich. Das wurde mir heute, beim Lesen dieses Blogbeitrages, jener unbekannten Bloggerin, deutlich.

Nun habe ich hier in diesem Beitrag ziemlich viele Gedanken über viele Stunden, mit etlichen Pausen und Unterbrechungen, zusammengetragen. Es wurde gelöscht, korrigiert, neu formuliert und herumgefeilt. Inzwischen sitze ich mit meinem Traummann auf dem Balkon in der Sonne und bewundere das explosionsartige Grünwerden der Bäume und deren Schönheit, dem ein Zauber innewohnt. Unser wunderschöner Planet hält doch noch so viele Wunder für uns bereit, wie das Lärmen der Vögel, das Brummen einer Hummel, unentdeckte Weiten, unbekannte Tierarten oder einfach eine Blume am Wegesrand, die wir bei einem Spaziergang entdecken und uns tief im Herzen erfreuen.

Das Leben liebt mich und ich liebe das Leben. Ich will einfach wieder leben.

Herzlichst, das Licht

©️ Kaya Licht

8 Comments

  1. Das ist doch das Schöne, du lebst, bist gesund und kannst dich an kleinen Dingen erfreuen. Die grossen kommen ja noch. Und die Nordsee hat noch immer Wasser bis ihr dahinzieht. Geniesse das heute so, dass du in ein paar Jahren lächelnd an die heutige Zeit zurückdenken kannst. Wird schon wieder..👍

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  2. Man sollte nicht alles glauben was auf dieser Welt von unserer Mainstream Presse und vor allem, was unsere Öffentlich Rechtlichen Medien von sich geben. Hier werden Zahlen durcheinander geschmissen, Informationen verheimlicht oder gar falsch dargestellt und maßlos übertrieben. Langsam kommt durch Entscheidungen der Deutschen Regierung und der Europäischen Union zutage was gerade zurecht gerückt wird. An erster Stelle die Pleite der EU zu verhindern, durch Gelder die keiner besitzt. Ich könnte noch viele Dinge aufzählen. Jetzt drehen sie ganz durch und zeigen Massengräber in den die vielen Corona Toten angeblich begraben werden. Was für ein Müll. Die erzählen Storys die jeder Wahrheit entbehren. Überall machen sie Werbung wo man sich Informieren kann. Natürlich nur bei ihnen. Jeder macht da Werbung für sich. Corona als Geldeinnahmequelle. Überall kannst du für Corona dein Geld ausgeben. Bleib Zuhause und kaufe. Schau unseren Sender. Vergiss das bestellen über Internet nicht. Ich kann es nicht mehr hören. Diese ganzen Lügen, diese ganze wir Informieren euch am besten. Wir sind eure Familie, eure Freunde, eure Nachbarn. Jeder hat seinen eigenen Corona Slogan. Es ist widerlich. Und irgendwann wird es wie bei der Vogel grippe sein die eine reine Erfindung war. Da standen schon 23.000.000 Impfdosen bereit. Die hat dann keiner gebraucht. Lass uns mal spekulieren was mit denen passiert ist?

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    1. Genauso sieht es aus. Es gibt kaum etwas, was ich noch hinzufügen könnte, obwohl es sicherlich ein Roman werden könnte. Doch Du hast es so schön zusammengefasst. Danke.

      Was ich den „Gläubigen“ jedoch gern mit auf den Weg geben würde sind hier eine Handvoll Hinweise und Fragen:
      > Wie empfindet ihr dieses großartige „WirHaltenZusammen“-Getue, wenn ihr einkaufen geht?
      > Was sagt ihr zu den „Einheimischen“, die „Fremde“ beschimpfen, anzeigen und verjagen wollen?
      > Schaut mal in die Läger von den Supermärkten. Nicht unbedingt die Läger direkt am Supermarkt. Da gibt es ja noch jene, von denen aus beliefert wird. Schutz der Angestellten vor Ansteckungsgefahr? Abstand halten? Glaubt ihr das wirklich?
      > Schaut mal in Geschäfte und Büros, nicht jene, die „HomeOffice“ oder Kurzarbeit verordnen. Es gibt halt Geschäfte, die geöffnet bleiben und wo die Angestellten nebeneinander sitzen oder stehen oder gehen … Nix mit Abstand halten vor Corona …
      > die Liste ließe sich beliebig fortführen.

      Ich danke Dir auf jeden Fall für Deine offenen Worte – und ich bin damit ganz bei Dir. Denke genauso. Fühle genauso – und kenne noch viele andere Menschen, die ähnlich empfinden.

      Herzlichst, das Licht

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  3. Hallo, ich habe einige Zeit gegrübelt, was ich dir auf diesen Post antworten soll.
    Bin ich verängstigt? – Eigentlich nein. – Bin ich verärgert? – Eigentlich auch nicht so richtig.
    Natürlich sind die Maßnahmen ziemlich drastisch. Wären wir das einzige europäische Land, das sich solche strikten Regeln ausgedacht hat, würde ich prompt denken, Angela, Jens und noch einige andere – eingeschlossen alle Denkerköpfe unter den Virologen – spinnen und wollen sich mit Ruhm bekleckern.
    Doch in Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien sieht oder sah es ja noch viel schlimmer aus, einschließlich der Riesenländer USA und dem kleineren Iran.
    Vielleicht hat sich wirklich die Natur dieses „Ding“ ausgedacht, damit sie sich endlich mal ein wenig von uns Menschen und unserem umweltschädlichem Tun erholen kann.
    In einigen Monaten wissen wir natürlich mehr.

    Herzliche Vor-Ostergrüße schickt dir Clara

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    1. Hallo liebe Clara,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar.
      Ich sag mal so: Jeder hat seine Meinung und jeder seine Empfindungen. Einen Teil von meinen, will ich hier gern kundtun:
      Ich finde die Beschränkungen schlichtweg übertrieben. Erkläre mir doch bitte, wieso man in Supermärkten, Apotheken, Bäckereien und dergleichen Abstand halten kann, nicht aber in anderen Geschäften? Wieso werden diese geopfert?
      Nun ja, ich traue dem Braten einfach nicht und den Damen und Herren Politikern mit ihren Lobbyisten im Gepäck sowieso schon lange nicht mehr. Eine innere Stimme flüstert mir einfach zu: „Hier stimmt etwas nicht…“

      Herzlichst, das Licht

      Gefällt 1 Person

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