Churchill war ein kluger Mann

Gerade las ich einen sehr interessanten Artikel über eine – meiner Meinung nach – sehr guten Sichtweise. Darüber hinaus wird eine Rede von Winston Churchill erwähnt.

Churchill war zu dem Zeitpunkt schon ein alter Mann. Man bat ihn, eine große Rede vor der Öffentlichkeit zu halten. Einfach mal einen Rückblick auf sein Leben, sollte er werfen.

Sehr viele Menschen kamen dafür herbei. Sehr viele. Tausende von Menschen sollen es gewesen sein.

Churchill betrat also die Bühne. Er stand dort. Er blickte sich um. Er schwieg. Dann rief er plötzlich:

„Gib niemals auf! Nie! Nie! Nie!“

Mehr sagte er nicht. Er schwieg. Dann verließ er die Bühne und setzte sich wieder auf seinen Platz.

Einige klatschten zaghaft. Blickten sich sicher vorsichtig dabei um. Am Schluss folgte ein begeisterter Applaus der in ein minutenlanges „Standing Ovation“ mündete.

Welches Resümee ließe sich nun aus diesem Satz ziehen?

Ich versuche mich kurzzufassen, was mir noch nie so wirklich gelungen ist – ich versuche es trotzdem.

Jeder kann sich als Opfer fühlen. Das hat den Vorteil, man braucht für nichts die (Eigen-)Verantwortung zu übernehmen. Man kann dann einfach resigniert aufgeben und sein Leid klagen.

Auf der anderen Seite kann man auch optimistisch bleiben und tapfer weitergehen.

Man hat festgestellt, dass Optimismus eine wichtige Eigenschaft ist, um ein erfolgreiches Leben zu führen. Angeblich kann man das lernen.

Ganz wichtig! Es sind nicht die äußeren Geschehnisse, die uns in Angst und Schrecken versetzen und vor lauter Sorgen hoffnungslos werden lassen. Es ist die jeweilige Einstellung, die wir über die Situation hegen.

Ich weiß, dagegen sträuben sich viele Anteile in uns. In mir hat deswegen schon ein richtiger Sturm getobt!

Das Ganze fängt damit an, dass man erstmal akzeptiert, was da geschieht, auch wenn man es doch eigentlich viel lieber ganz anders hätte.

Natürlich lässt sich auch ganz gut weiter dagegen ankämpfen. Doch das bringt gar nichts und man verschwendet nur wertvolle Zeit und Energie.

Man hat selten Einfluss auf das, was geschieht. Aber wie man damit umgeht, liegt immer im eigenen Ermessen.

Das ist wieder so eine Sache, die man manchmal ungern akzeptieren will.

Natürlich ist es viel einfacher, auf andere zu zeigen. „Du bist schuld! „Das ist schuld!“ Oder: „Wenn das nicht wäre, dann…“

Doch das nützt herzlich wenig. Es bringt keinen Schritt weiter.

Ich kenne diesen Sch… auch, ehrlich.

Aber nehmen wir als Beispiel meine Freundin in Nordfriesland. Die musste ihr Café aufgrund von Corona komplett schließen. Sie hat also überhaupt keine Einnahmen. Sie nutzt jetzt die Zeit, für die Renovierungsarbeiten, die sie sowieso schon lange vorhatte und für die ihr einfach die Zeit fehlte. (Das ist nur ein Beispiel!)

Meiner Meinung nach, haben wir immer eine Wahl zwischen mindestens zwei Möglichkeiten. Immer. Es liegt auch immer an uns, für welchen Weg wir uns entscheiden. Selbst, wenn sich dieser irgendwann als der „falsche“ Weg entpuppen sollte, dann stehen wir wieder vor der Möglichkeit der (neuen) freien Wahl.

So, jetzt kümmere ich mich um das Mittagessen. Mein Mann war eben schon hier bei mir und schaute mich fragend an.

Euch weiterhin einen zauberhaften Tag.

Herzlichst, das Licht

(c) Kaya Licht

18 Comments

  1. Ich schreib jetzt was ganz „Artfremdes“ dazu – nur ein Satz zu deinem Artikel: „Bei der Sache mit dem Sich-Kurzfassen habe ich natürlich geschmunzelt.
    Aber ich will sagen, dass ich es wunderschön finde, dass die Kategorien „Autorenstube“, „Nordseeküste“ und „Zwischendurch“ so einen wunderschönen Farbhintergrund haben.
    Und tschüss sagt Clara

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  2. Und jetzt komme ich extra deswegen noch einmal, um dir ein Kompliment zu machen. Offenbar bist du – deinem Archiv nach zu urteilen – ein absolutes Blog-Greenhorn – aber dafür hast du ein wundervolles Theme gewählt. Diese Vorschaufotos in Streichholzschachtelgröße, die beim Berühren den Textanfang des Artikels zeigen – ganz großes Kino, vor allem schon deswegen, weil die Fotos so schön sind. Auch die sofort erkennbare Zuordnung zu deinen gewählten Kategorien – gelungen!
    Und da ich ja ein absoluter Farbenmensch bin, finde ich es natürlich auch großartig, dass der Text in dem Vorschaufenster mit der entsprechenden Farbe hinterlegt ist.
    Ich winke dir jetzt mit der rechten Hand!

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      1. Ich habe heute in der Nacht – wahrscheinlich war ich doch schon zu müde – technischen Mist behauptet – deine Antworten oder Kommentare werden mir zum Glück doch angezeigt.
        Gerade noch was bei dir gelesen, was sich auf dein Alter bezieht. Meine Tochter ist auch ein Kind der 60er Jahre – mit dieser Altersklasse komme ich offenbar besser zurecht als mit alten Leuten. Bei mir ist es wie in der Feuerzangenbowle: „Himmelhoch, ihnen fehlt die sittliche Reife!“

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        1. Das mit der fehlenden sittlichen Reife gefällt mir besonders gut! Bleib bloss so! SO will ich später unbedingt auch sein!

          Dein Schreibstil ist einfach großartig. Noch so etwas, was Du Dir gern bewahren „darfst“ …

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          1. Ich will ja jetzt (nicht) angeben. Als ich in den 90er Jahren viele lange Fahrradtouren mit dem Jugendherbergsverband gemacht habe, sagte ein „Jüngling“ zu mir: – Wenn ich mal wie du werde im Alter, dann kann es gar nicht so schlimm sein!“ Da habe ich mich auch gefreut.
            Nach zwei Riesenbetrug (gibt es von Betrug einen Plural???), besser Lügen, in der allerengsten Familie, habe ich mir vorgenommen, nur in Lebensgefahr zu lügen – und ich sage mir immer, mir kann keiner mehr was haben, auch wenn ich „Betriebsgeheimnisse“ ausplaudere.
            Aber jetzt will ich endlich Kaffee „schlürfen“, ein Stück Kuchen essen und lesen. Adieu!

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          2. Hallo liebe Clara,

            nun habe ich extra mit dem Antworten gewartet, damit ich Dich nicht wieder beim Kaffee schlürfen und Kuchen essen störe. Ich hoffe, es hat geschmeckt.

            Dass so ein Jüngling Dir solche Kompliment gemacht hat, klingt gut. Man darf sich ruhig an so etwas erinnern.
            Mir hat mal ein fremder Mann an der Kühltheke im Supermarkt gesagt: Entschuldigen Sie bitte, aber Sie haben wirklich wunderschöne Augen.“ Danach schwebte ich eine Woche lang nur noch über dem Boden.

            Was das mit dem Betrug und der Mehrzahl angeht, wusste ich zuerst auch keine Antwort und habe mal nachgeschaut. Wie es aussieht existiert in der Schweiz ein Plural. Da sagt man dann „die Betrüge“. Allerdings finde ich die Formulierung „zwei Betrug“ auch irgendwie ziemlich bescheuert. Mein Mann hatte dann die rettende Idee:

            ein Betrug – zwei oder mehrere Betrügereien.

            Was hältst Du davon?

            Herzlichst,
            das Licht

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          3. Ich bin jetzt unterwegs und hoffe, wenigstens die Hälfte von den jeweils geplanten 10000 Schritten zu laufen. Das mit den Betrügereien war mir dann auch eingefallen Punkt hat mir aber nicht so gut gefallen. Es war ein Betrug und keine Betrügerei. Der Kuchen hat geschmeckt der Kaffee natürlich auch und jetzt laufe ich noch ein paar Schritte. – Morgen kannst du meine Augen in Großaufnahme sehen. Und tschüss

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          4. Guten Morgen liebe Clara,

            Betrüge auch für Deutschland oder halt eben nur für die Schweiz?

            Dir einen zauberhaften Tag.

            Herzlichst,
            das Licht

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          5. Guten Tag, liebes Licht, du kannst dich hier mit der Sonne zusammentun – vielleicht schafft ihr beide dann etwas mehr als 3° – ich war vorhin auf dem Balkon – „unterangezogen“ – und habe allein in diesen zwei Minuten schon gefroren wie Hund.
            Jetzt lassen wir den Betrug, die Betrüge (im Onlineduden hatte ich ihn, aber im nicht ganz frischen Druckduden nicht) und die Betrügereien und widmen uns wieder schöneren Dingen. Einen freundlichen Apriltag für dich!
            Liebe Grüße von mir

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          6. Das klingt nach einem richtig guten Plan – sind doch der Betrug und die Betrüge oder auch Betrügereien Thema von gestern.

            Und ja, heute wählen wir uns schönere Themen aus.

            Herzlichst,
            das Licht

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