Über Sternenhimmel und Wegweiser

Am vergangenen Wochenende waren wir wieder in Nordfriesland – wir haben schon mal unseren Wohnwagen zu unseren Freunden gebracht. Doch hat er seinen neuen Winterplatz erhalten.

Natürlich fuhren wir auch wieder zu unserem Grundstück. Es befindet sich jetzt, zwei Wochen später, weniger Wasser auf Feldern und Wiesen und unser Grundstück war eigentlich trocken. Auch in den Sielzügen hat das Wasser merklich abgenommen.

Das Wasser von der Nordsee drückt wohl nicht mehr so sehr hinein, so dass man das Wasser wieder hinausfließen lassen konnte.

Am Samstag war das Wetter gut. Wir hatten viel Sonnenschein, allerdings blies ein kalter Wind und sowieso war es in Nordfriesland ziemlich kalt.

Viele Möwen waren auf den Feldern zu sehen, einige kreischten laut.  Auf einer Wiese ein paar Rehe, in der Ferne vor einem Waldstück ein Fasanenpaar.

Der Himmel hing in Nordfriesland – wie jedes Mal bei klarer Nacht – voller Sterne. Selbst die Milchstraße ist dort sichtbar.

Ich könnte die ganze Nacht unter freiem Himmel verbringen und einfach nur Sterne betrachten. Dazu war es mir allerdings viel zu kalt.

Aber wenn wir dort wohnen, wird es im Garten eine bequeme, breite Hängematte geben, auf der wir zu zweit liegen können, um den Sternenhimmel zu betrachten und über die Weite des Universums zu philosophieren.

Mit meiner Freundin Heidi witzelte ich am Wochenende herum und fragte, ob es von unserem Dorf zu ihrem kürzere Wegstrecken geben würde, wenn ich mit dem Fahrrad zu ihr komme.

„Klar“, meinte sie. „Da gibt es richtig schöne Wege, durch die Felder – und so.“

„Und wenn ich mich mal verfahre?“, fragte ich skeptisch. „Mein Orientierungssinn ist eine mittelschwere Katastrophe.“

„Ach“, meinte Heidi. „Gar kein Problem. Wir orientieren uns hier alle an den Kirchturmspitzen.“

Fragend zog ich meine Augenbrauen hoch.

„Du rufst dann an, erzählst mir, welche Kirchturmspitze du siehst, und dann weiß ich schon so ungefähr, wo du bist.“

Nun ja, ob mich das beruhigt. Wenn ich anrufen würde, um zu erzählen, ich befinde mich hier gerade zwischen einer Weide mit Kühen und einem Weizenfeld, würde es vermutlich nicht viel nützen. Und wenn ich weit und breit keine Kirchturmspitze ausmachen kann? Was dann noch hinzu kommt: Ich bin so gar kein „Handymensch“. Ich will damit sagen, mein Handy lasse ich gern mal einfach zu Hause liegen. Dann könnte ich nicht einmal anrufen, egal ob Kirchturmspitze oder nicht.

Der Weg über die regulären Straßen beträgt ungefähr zehn Kilometer von unserem Grundstück zu Heidis Hof. Neben einigen Straßen befinden sich gut ausgebaute Fahrradwege. Bei anderen existieren nicht einmal Fußwege und breit sind sie auch nicht. Dazu noch mit jeder Menge Kurven.

Allerdings bin ich gegen Fahrradwege, für die eine Reihe alter Bäume gefällt werden. Da sträuben sich bei mir die Nackenhaare. Wenn man dann noch von „Velorouten“ spricht, bleibt es nicht dabei. Deutsch ist eine so fantasievolle, kreative, dichterische, wunderschöne, … Sprache. Die Wörter Fahrradweg oder Radweg klingen für mich wie Musik in den Ohren … Das Land der Dichter und Denker… Velorouten wird es in meinem Sprachschatz nicht geben, auch wenn ich es hier kurz erwähne. Man muss ja nicht alles mitmachen.

Zurück zu Nordfriesland und seinen Kirchturmspitzen.

Als wir dann am Sonntag zurückfuhren, blickte ich mich mal um.

Ja, da gab es mal die eine oder andere Kirche, auch mit richtigen Kirchturmspitzen. Das ist heute ja gar nicht mehr so sicher.

Ich bezweifle jedoch ehrlich, dass ich von jedem Ort in Nordfriesland aus, wenn ich mich irgendwo im Niemandsland befinde, auch wirklich immer eine Kirchturmspitze sehen würde … Ich denke darüber nach, in der ersten Zeit einen Plan mitzunehmen, auf dem ich die Routen kennzeichnen werde, die für mich zunächst relevant sein werden.

Zum aktuellen Plan bezüglich unseres Hausbaus.

Wir haben eine Eingangsbestätigung unseres Bauantrages erhalten und die Information, wer dafür zuständig ist.

Herzlichst, das Licht

©️ Kaya Licht

4 Comments

  1. Ein Bau scheint heute ein schwieriges Unterfangen zu sein? Früher begannen wir mit den Dingen zu bauen, die es gab und dann wurden die „Unterlagen“ dynamisch angepasst. Das einzige Problem dabei war, dass man dem Bauamt und dem Bürgermeister ab und zu seine Dankbarkeit „materialisieren“ musste. Nach der Individualisierung des Backschisch bemass sich schließlich die Flexibilität des Verwaltungsprozesses.😃

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