Von wegen mal eben ein Haus planen…

Wir hatten ja schon ziemlich schnell ein paar Hochglanzprospekte von einigen Holzhausbau-Unternehmen vorliegen. Dort konnte man sich praktisch, wie aus einem Katalog, bestimmte Haustypen aussuchen. Alle hatten glanzvolle Namen, wie „Anhald“, „Trellebek“ oder „Malmöh“. Darunter gab es große und kleine Häuser. Es gab eingeschossige und auch zweigeschossige Gebäude oder Doppel- und Reihenhäuser.

Dann gab es Bauweisen mit einer Fassade aus Blockbohlen, mit einer Kriech- und Deckerschalung oder andere mit einer Stulpschalung. Die einen Hölzer waren quer, die anderen waren längs.

Die unterschiedlichen Firmen brüsteten sich mit besonderen Klimabodenplatten oder speziellen Ecken. Jeder meinte, seine Besonderheit sei das Nonplusultra. Die Wahl zwischen all den schicken Angeboten war nicht so einfach.

Nicht zu vergessen der Wandaufbau und woher das Holz kam. Außerdem galt es zu entscheiden zwischen sägerauem und poliertem Holz. Waren Fenster aus Holz oder aus Kunststoff die besseren?

Doch schlussendlich gab die Bebauungsplan schon so einige Vorgaben mit auf den Weg, die die Auswahl hier und da sowieso schon einschränkte. So stand dort ziemlich fest, dass keine Blockbohlen zu verwenden sind.

Den Mitarbeiter der einen Firma interessierte das herzlich wenig. Dort wurden sowieso nur Blockbohlen angeboten. Er meinte: „Das macht gar nichts! Die schreiben das nur so. Wenn wir erstmal gebaut haben, dann passiert nichts.“

Mein Mann, der vom Fach ist, blieb skeptisch. Wir erkundigten uns nach dem Ansprechpartner aus dem für uns zuständigen Bauamt in Husum. Der Mann befand sich gerade im Urlaub, so dass wir ein paar Tage warten mussten. Dann verlief das Gespräch sehr freundlich und wir erhielten auf alles eine Antwort.

Also keine Blockbohlen.

Die Hochglanzbroschüre der Firma, die meinte, das würde nichts ausmachen, landete im Altpapiercontainer. Eine andere Firma war noch im Rennen.

Dann erfuhr mein Mann von einem ihm bekannten Tischler von der Firma Richardsen aus Langenhorn in Nordfriesland. Eine ortsansässige Firma, die Häuser auf Holzständerwerk baute. Wir telefonierten und waren anschließend sehr angetan.

Unseren Grundriss hatten wir inzwischen schon soweit fertig. Wir hatten uns aus den zahlreichen Katalogen und diversen Recherchen im Internet, gepaart mit eigenen Vorstellungen und Ideen das zusammengeschustert, was wir uns so vorgestellt hatten.

Ein eingeschossiges Haus von insgesamt 105 Quadratmetern. Im Obergeschoss Platz für das, was jetzt im Keller gelagert wurde. In Nordfriesland baute man nämlich auf dem Marschboden selten einen Keller.

Diesen Grundriss und all die Ideen, die wir so hatten, leiteten wir weiter an unseren Ansprechpartner Herrn M. von der Firma Richardsen.

Nach etlichem Hin und Her gab es einen fertigen Grundriss. Wir schliefen darüber, überlegten, durchdachten, strichen, fügten hinzu, vergrößerten, ergänzten, verschoben, änderten, planten und machten dann irgendwann einen Abschlussstrich.

Inzwischen waren wir dreimal bei Herrn M. der Firma Richardsen in Langenhorn in Nordfriesland. Er zeigte uns Türen und Fenster, Dachziegel, Fassaden, Farben, Fensterbretter, Bodenbeläge und was man sonst noch so bemustern konnte. Allerdings ließen wir noch einiges offen – besser gesagt, strichen es aus dem Leistungsverzeichnis ganz heraus, um es später selbst fertigzustellen. Es wurden sowieso Standardsummen zugrundegelegt und später gibt es dann eine sogenannte Mehr- und Minderrechnung.

Die andere Firma, die anfänglich noch im Rennen war, haben wir auch aus der engeren Wahl genommen, denn die war wesentlich teurer als Firma Richardsen.

Dann sprachen wir noch mit Personen aus Holzhäusern, die auch schon mit der Firma Richardsen gebaut hatten – und sehr zufrieden waren.

Inzwischen ist der Vertrag seit ungefähr drei Wochen unterschrieben und vor einer knappen Woche haben wir den fertigen Bauantrag abgeschickt.

Es wird ein Haus, das unten im Erdgeschoss ungefähr über 120 Quadratmeter verfügt und oben eine Ausbaureserve von 50 Quadratmeter bietet – fernab von den ursprünglichen 105 Quadratmetern…

Nun heißt es warten.

Herzlichst, das Licht

©️ Kaya Licht

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