Wir haben eine Wiese… unser Grundstück

… in Nordfriesland

Als wir das zweite Mal mit unserem Wohnwagen ODEC in Nordfriesland waren, übernachteten wir auch eine Nacht auf einem Campingplatz in St. Peter Ording. Auf dem Weg dorthin fielen uns die seltsamsten Ortsnamen auf und wir machten so unsere Späßchen darüber.

Als ich dann wieder zu Hause im Internet nach Häusern und Grundstücken in Nordfriesland suchte, gestaltete sich das als ziemlich schwierig. Eine Million für ein Grundstück auf Sylt wollten wir eigentlich nicht ausgeben. Und baufällige Häuser wollten wir auch nicht kaufen.

Auf den Internetplattformen, die Immobilien und Grundstücke anpriesen, wurden wir nicht fündig. Nichts entsprach unserem Geschmack. Wir wurden langsam ungeduldig. Beide sind wir so Menschen, die Wünsche und Träume gern sofort und unmittelbar in die Tat umsetzten. Anvisieren und los – sozusagen. Natürlich hätten wir jede Menge Zeit gehabt. Wir wohnen schließlich in einer schicken Eigentumswohnung in einer Kleinstadt im Kreis Stormarn – auch in Schleswig-Holstein. Doch wir sind beide nicht gerade mit Geduld gesegnet.

Ziemlich schnell wurde uns klar, dass es bei einem Grundstück bleiben würde, denn mein Mann hatte sich parallel mit den verschiedenen Einzelhausmodellen beschäftigt und immer mehr wurde uns klar, dass wir gern ein typisches Schwedenholzhaus haben wollen. So eins in rot mit weißen Fenstern. (Übrigens auch einer meiner schon ewigen Wunschträume…) Und auch ein neues Haus, das genau auf unserer Bedürfnisse zugeschnitten ist.

So suchten wir parallel nach einem passenden Grundstück und ließen uns schon mal Kataloge und Hochglanzprospekte mit Schwedenhäusern zuschicken.

„Ihr müsst aber darauf achten, dass man dort, wo ihr euch ein Grundstück kauft, auch solche Holzhäuser bauen darf“, wurde uns angeraten.

So wurde es noch schwieriger, das passende zu finden.

Inzwischen waren ein paar Tage vergangen. Richtig, es waren erst ein paar Tage, vielleicht irgendetwas zwischen einer und zwei Wochen, mehr aber nicht. Uns erschien es schon wie eine halbe Ewigkeit…

Wir entdeckten ein Grundstück in Lunden. Der Ort liegt allerdings in Dithmarschen und jeden, den wir danach fragten, schlug entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen und meinte: „Lunden?!?!?!“ Nach Lunden zog man wohl nicht freiwillig und sowieso, zwischen Dithmarschen und Nordfriesland besteht eine durchsichtige Grenze oder Linie.

Man sagte uns: „Dithmarschen ist ja von Wasser umgeben… man könne Dithmarschen auch getrost in die Nordsee schicken…“

Ich entdeckte eine Seite im Internet, die nennt sich „Amt Nordsee Treene“. Auf der Seite waren die ganzen Ortschaften aufgeführt, die sich in dem Bereich Nordfrieslands befanden, der für uns in Frage kam. Als ich die Liste der Ortschaften durchging, erinnerte ich mich an den einen oder den anderen Ortsnamen, die uns bei der Fahrt zum Campingplatz aufgefallen waren.

Auf der Seite konnte man direkt auf die Websites der einzelnen Orte klicken und nach Rücksprache mit meiner Freundin und ihrem Freund, kamen ein paar Orte besonders in die engere Wahl.

Grundstücke fand ich zunächst keine. Ich rief hier und da Bürgermeister und Bürgermeisterinnen an. Sie waren alle supernett. Manchmal gab es auch ein freies Grundstück, doch die Lage sprach uns nicht so an. Dann fiel mir ein Ort mit dem Namen Witzwort auf. Diesen Ortsnamen fand wir schon während der Autofahrt nach St. Peter Ording besonders originell.

Als ich dann auf die Seite klickte, stieß mir gleich das Wort „Neubaugebiet“ in die Augen. Als ich mir die Seite ansah, waren von acht Grundstücken, noch fünf zu erwerben. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Es gab tatsächlich noch Grundstücke, die nicht unmittelbar an der B5 lagen und auch nicht direkt neben einem Kinderspielplatz. (Wir sind Eltern, wir haben kein Problem mit Kindern und auch nicht mit Abenteuerspielplätzen, doch irgendwann kommt man in ein Alter, da möchte man wählen können… Die Grundstücke sind ideal für junge Familien.)

Wir fuhren mal spaßeshalber an einem verregneten Nachmittag hin und schauten uns die Grundstücke an. Eine lange ehemalige Wiese, die direkt an ein Maisfeld grenzte und an einer unfertige,n schmalen Straße lag. Die ehemalige Wiese war matschig und nass. Wir verliebten uns sofort in das von uns ausgewählte Stück Land. Ganz hinten konnte man die Reihe Bäume sehen, die eine Straße säumten. Der Blick war traumhaftschön.

Wir durchstöberten die Internetseite, fanden sogar über Umwege die Bebauungspläne, telefonierten mit Ämtern und dem Bürgermeister, füllten Formulare aus, schrieben unsere Wünsche in eine Mail – und warteten.

Dann erhielten wir die Zusage. Das Grundstück sollte unser werden!

Nun ging es in die nächste Phase. Wir brauchten Geld um unser Grundstück zwischenzufinanzieren, bis die Eigentumswohnung verkauft ist.

Wir marschierten also zu unserer Bank (klingt gut, aber natürlich machten wir telefonisch einen Termin aus.) Als wir dann bei der Bank saßen, hieß es ungefähr so:

„Eine Wiese in Nordfriesland?“

„Ein Baugrundstück“, stellten wir richtig.

„Für die Entscheider für Baukredite, sind das in Nordfriesland Wiesen. Da hält man hier nicht viel von…“

Wir wollten es uns jetzt nicht verscherzen, also widersprachen wir nicht weiter. Hauptsache wir bekamen das Geld.

Es ist kaum zu glauben, welchen Berg an Formularen man ausfüllen musste, um „eine Wiese in Nordfriesland“ in einer Bank in Hamburg finanziert zu bekommen, auch wenn es sich eigentlich um ein Baugrundstück handelte. Dazu noch die ganzen Nachweise und Formulare, die man dranhängen musste. Dabei ist so ein Grundstück echt preiswert. Wir waren aus Hamburg und dem Kreis Stormarn ganz andere Summen gewohnt.

Schlussendlich hatten wir ungefähr sechs Monate, nachdem mein Mann sagte: Hier will ich auch leben“, nicht nur die Zusage für die Finanzierung des Grundstücks, sondern auch das gesamte Finanzierungspaket für das neue Haus sicher. Das war zum Jahreswechsel ein richtig gutes Gefühl.

Herzlichst, das Licht

©️ Kaya Licht

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