Wenn eine Stimme in dir spricht…

Das erste Mal tauchte diese innere Stimme in dieser Intensität vor ungefähr vierzehn Jahren auf. Plötzlich, ganz unmittelbar huschte der Satz „Gott hat einen Plan.“ durch meinen Kopf und ich wusste so gar nichts damit anzufangen.

So ganz stimmt das nicht. Ich glaube daran, dass es so etwas wie Gottes Plan gibt. Doch wieso dieser Satz so plötzlich auftauchte, ohne dass ich über irgendetwas nachgedacht hatte. Mittendrin schoß er mir durch den Kopf – und das tat er immer wieder, monatelang.

Einmal befand ich mich gerade auf der Rolltreppe in einem Einkaufszentrum, wo ich auf einmal laut „Gott hat einen Plan.“ aussprach. Erschrocken sah ich mich um. Einige Leute lächelten, andere schienen davon keine Notiz genommen zu haben. Wieso sprach ich disen Satz so ohne Vorwarnung aus?

Wie schon geschrieben; der Satz begleitete mich einige Monate lang, dann verschwand er wieder und manchmal vermisste ich ihn sogar. Eine konkrete Anwort darauf, wieso dieser Satz aufgetaucht war, eine Weile blieb und dann wieder ging, habe ich nie erhalten und auch nie für mich gefunden. Vergessen habe ich es nie.

Sechs Jahre später tauchte wieder so ein Satz auf. Wieder plötzlich und ohne Vorwarnung. Naja, vielleicht schon ein bisschen aufgrund konkreter Ereignisse.

Ich saß bei meiner Freundin Heidi, die einen Hof in Nordfriesland besaß, hinter der Küche vor der Hauswand in der Sonne und blickte über die Wiesen und Felder, als da plötzlich wieder diese innere Stimme nach außen drang und ich laut sagte: „Irgendwann lebe und wohne ich auch hier an der Küste.“

Heidi nichte kurz und sagte: „Ja. Dann ist das so.“

Heidi ist Nordfriesländerin, durch und durch.

Dieser Satz blieb auch wieder einige Monate bei mir, tauchte zu den unmöglichsten Situationen auf und verschwand dann wieder aus meinem Bewusstsein.

Dann kam ich wieder mit meinem Mann zusammen. Wieder, weil wir uns schon fünfundvierzig Jahre kennen, damals, als junge Menschen schon einmal zusammen waren, uns jahrelang nur noch zum Essengehen und für Spaziergänge trafen und dann, vor ein paar Jahren, unsere Liebe füreinander wiederentdeckten.

Von diesen beiden Sätzen erzählte ich ihm nie etwas. Irgendwie spielte es für mich keine Rolle.

Als wir dann schon zusammen waren, tauchte ein dritter Satz auf. Dieses Mal hieß er: „Ich baue ein Haus.“ Den Satz nahm ich am wenigsten ernst. Ich lächelte eher darüber. ICH baue ein Haus? Nun, mein Budget würde das nicht zulassen und mein Mann verkündete mir (ohne von meinen Sätzen zu wissen) eines Nachmittages, dass er nie ein Haus bauen würde. Wenn, dann würde er ein gebrauchtes Haus kaufen und das renovieren. So verlor mein Satz von vornherein seine Bedeutung. Ohne meinen Mann würde ich sowieso nie ein Haus bauen…

Mein Mann hatte meine Freundin aus Nordfriesland nie kennengelernt. Irgendwie hatte es sich bisher noch nicht ergeben. Wenn, fuhr ich alleine hin, um sie zu besuchen und zu treffen. Frauenbegegnung halt.

Doch eines Tages spürte ich ein tiefes Verlangen, dass die beiden – und der Freund meiner Freundin, sich mal kennenlernen. Das passte ganz gut, denn wir hatten uns ganz frisch einen klitzekleinen Wohnwagen gekauft und mit dem fuhren wir dann ganz frisch nach Nordfriesland.

Heidi sagte über meinen Mann: „Der ist adoptiert.“ und mein Mann sagte über den Resthof und seine Umgebung: „Hier gefällt es mir.“

Sechs Wochen später waren wir wieder dort. Wieder mit unserem kleinen Wohnwagen. ODEC haben wir ihn genannt. OD für Bad Oldesloe. E für den Anfangsbuchstaben des Namens meines Mannes und C für Cathrin, meinen Namen.

Dieses Mal, wir saßen hinter der Küche vor der Hauswand in der Sonne und ließen unsere Augen über die Wiese und die Felder schweifen, stellte mein Mann mit staunendem Blick fest:

„Hier will ich auch leben.“

Ich stutzte und Heidi grinste breit.

„Meinst du das ernst?“, fragte ich ihn.

Und E. (mein Mann) schaute weiter in die Ferne und bestätigte: „Ja, das meine ich richtig ernst.“

Nun erzählte ich ihm von den drei Sätzen und besonders von dem letzten: „Ich baue ein Haus.“

E. hat ja so ein spitzbübische, breites Lächeln, was mir sowieso immer durch und durch geht. Als er mich jetzt so anschaute und meinte: „Dann such mal ein Haus oder Grundstück“, konnte ich meinen Herzschlag bis zum Hals hoch spüren. Ich dachte nur, er meint es tatsächlich ernst.

Als wir wieder zu Hause waren, begann ich mit der Suche.

Herzlichst, das Licht

©️ Kaya Licht

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